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Selbstgemachtes Eis – einfach gemacht

Ob Erdbeere, Vanille oder Schokolade – Eis gehört zum Sommer dazu. Durch die genüssliche Abkühlung für Zwischendurch lässt sich die aktuelle Hitze gut überstehen. Doch, was ist, wenn kein Eis mehr in der Gefriertruhe ist? Oder die Eisdiele die Lieblingssorte nicht mehr hat? Dann kann man probieren, Speiseeis zu Hause selbst zu machen. Aber was sollte man dabei beachten? Und welche Möglichkeiten für das hausgemachte Eis gibt es?

Selbstgemachtes Vanilleeis
Auch cremiges Speiseeis lässt sich mit Hausmitteln herstellen.

Eis aus eigener Herstellung

Laut Bundeszentrum für Ernährung schleckt jeder Deutsche durchschnittlich knapp acht Liter Speiseeis im Jahr. Das entspricht insgesamt rund 115 Eiskugeln. Neben den üblichen Eiskugeln essen wir unser Eis aber auch als Soft- oder Spaghetti-Eis, als Eis am Stiel oder zwischen zwei Keksen. Beliebt ist das kalte, süße Vergnügen auch deshalb, weil für jeden ein passender Geschmack dabei ist. Neben den Standardsorten wie Erdbeere, Vanille oder Schokolade gibt es mittlerweile auch eine große Vielfalt an spezielleren Geschmacksrichtungen wie zum Beispiel Zitroneneis mit Basilikum, Sanddorn- oder Schokoriegel-Eis.

Doch was ist, wenn man kein Eis mehr zu Hause hat, die Eisdiele um die Ecke schon geschlossen ist oder die Lieblingssorte nicht mehr hat? Dann kann man die Ideen der Eishersteller und Eisdielen auch als Anregung nehmen und sein eigenes Eis zu Hause herstellen. Ein zusätzlicher Vorteil: Man weiß genau, welche Zutaten darin sind, kann auf Zusatzstoffe und Zutaten verzichten, auf die man etwa allergisch reagiert oder sogar ganz neue Geschmacks-Kreationen erfinden.

Aus der Obstschale ins Gefrierfach

Eis selbst zu machen, geht schon mit wenig Aufwand: Besonders schnell gemacht ist zum Beispiel Obst-Eis am Stiel. Dazu kann man beispielsweise eine Wassermelone in kleine Dreiecke schneiden und auf einen Holzstiel stecken. Nach mehreren Stunden im Gefrierschrank hat man das gefrorene Obst-Eis. Ähnliches funktioniert auch unter anderem mit Bananen, die man in Stücke geschnitten mit flüssiger Schokolade überzieht und gefrieren lässt.

Aus Obst lässt sich auch ein einfaches Sorbet herstellen: Dazu benötigt man ein Obst der Wahl, wie zum Beispiel eine Zitrone, Himbeeren oder Nektarinen. Dieses püriert man fein, mischt es mit Wasser und süßt es je nach Geschmack mit Zucker, Honig oder einem Sirup. Die Mischung kann man dann für etwa vier Stunden in das Gefrierfach stellen und zwischendurch umrühren, damit sich keine Eiskristalle bilden. Im Anschluss ist es fertig zum Genießen.

Speiseeisherstellung
Schichteis sieht toll aus und schmeckt lecker.

Die Quickies am Stiel

Ein weitere Möglichkeit für selbstgemachtes Eis ist ein Wassereis am Stiel. Dazu benötigt man ein süßes Getränk, wie einen Fruchtsaft, eine Cola oder eine Limonade. Auch ein Smoothie ist möglich. Das Getränk der Wahl kann man in eine Eisform oder einen Silikonbehälter füllen, der so groß ist, wie das Eis werden soll. Das Gefäß stellt man dann so lange ins Gefrierfach bis die gewählte Flüssigkeit angefroren, aber noch nicht ganz fest ist. Dann kann man einen Holzstiel in die leicht feste Masse stecken, sie erneut ins Gefrierfach geben und mehrere Stunden stehen lassen – fertig.

Wer möchte, kann auch einen Cocktail zu Eis machen. Für einen sogenannten „Poptail“ mischt man einfach ein süßes Getränk nach Wahl mit etwas Alkohol und friert es schließlich ebenso ein wie das Fruchtsaft-Eis. So kann man zum Beispiel für ein Mojito-Eis am Stiel Limettensaft, braunen Rohrzucker und Sodawasser mit etwas weißem Rum mischen und einfrieren oder man gibt Wodka in Ananassaft und mixt Himbeersirup und frische Himbeeren unter und lässt die Mischung im Gefrierschrank hart werden. Dabei ist wichtig, dass der Alkoholanteil des „Poptails“ nicht zu hoch ist, da das Eis sonst nicht gefriert. Für ein Liter Eis sind höchstens fünf Esslöffel Likör und drei Esslöffel an hochprozentigem Alkohol wie Whiskey oder Wodka ratsam.

Ebenso einfach wie die Saft- und Cocktail-Variante ist es auch, Joghurt-Eis am Stiel selbst herzustellen. Dazu wählt man möglichst einen Joghurt aus, der viel Geschmack hat, also zum Beispiel einen Erdbeerjoghurt. In die noch verschlossene Verpackung schiebt man dann einfach einen Stiel durch den Deckel und stellt ihn über Nacht oder mindestens einige Stunden in das Gefrierfach - und kann ihn danach eiskalt genießen.

Hausgemacht und cremig

Neben den hausgemachten Obst-Eissorten und Wassereis-Variationen lässt sich auch cremiges Speiseeis selbst machen. Bekannt ist vor allem das einfache Joghurt-Eis. Dazu wählt man einen Natur-Joghurt und gefrorene Früchte und gibt beides in einen Hochleistungsmixer. Cremig gemixt, kann man zum Abschluss noch beispielsweise Schoko-, Keksstücke oder frische Beeren hinzufügen und das Eis gegebenenfalls mit Zucker, Honig oder etwa Agaven-Dicksaft süßen. Im Trend ist zudem auch die vegane, sogenannte „Nicecream“. Dazu friert man zunächst Bananenstücke ein und mixt diese später mit gefrorene Früchten der Wahl oder Kakopulver zu einem cremigen Speiseeis.

Besonders vollmundig, aber auch zeitaufwändiger ist hausgemachtes Sahneeis. Dazu kann man Sahne und Mascarpone oder Vollmilch auf dem Herd erhitzen und danach mit Eigelb und Zucker sowie je nach gewünschter Geschmacksrichtung beispielsweise mit Vanille, Kakaopulver oder einem pürierten Obst der Wahl mit einem Mixer zu einer homogenen Masse vermischen. Alternativ kann man auch gezuckerte Kondensmilch, Sahne und etwa Vanilleextrakt wählen und alles ebenso zu einer homogenen Masse verrühren.

Bei beiden Rezept-Varianten friert man die flüssige Masse als nächstes für etwa eine Stunde in einer großen Schüssel ein, bis sie am Rand ein paar Zentimeter dick gefroren ist. Dann holt man die Masse aus dem Gefrierfach und schlägt sie mit dem Schneebesen auf, sodass sich dabei alles vom Rand ablöst. Durch das Schlagen mischt man Luft unter das Eis, was es am Ende schön cremig macht. Anschließend kommt die Eismasse wieder in das Gefrierfach und wird – in immer kürzeren Abständen – so lange immer wieder geschlagen und gefroren bis sie die gewünschte Konsistenz hat. Ideal ist es, wenn das Eis am Ende fest, aber trotzdem cremig ist.

Vorbereitung von Fruchteiscreme
Vorbereitung der Fruchteiscreme

Eismaschine für Dauer-Eisesser

Wenn man sehr häufig Eis isst und selbst machen möchte, kann es sich lohnen, eine Eismaschine zu kaufen. Denn diese übernimmt das Rühren der Eismasse, während es gekühlt wird. Als Zutaten für eine Eismasse für die Eismaschine bieten sich die gleichen an, wie für das selbst geschlagene Eis.

Ob aus der Eismaschine oder nicht - wer mag, kann die cremigen Eisvarianten als Eiskugel pur oder  in einer Eiswaffel essen, die man im Supermarkt kaufen kann. Für ein Spaghetti-Eis kann man die Eismasse zudem durch eine Spätzle-Presse oder ein Sieb drücken, das nicht zu feine Maschen hat. Auch zwischen zwei Keksen lässt sich das cremige, hausgemachte Eis essen.

ABO, 17.06.2021
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