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Von den "Grünen" bis zur Grenzöffnung

Meine 80er Jahre

Erstmals wurde in der Bundesrepublik, die gedanklich noch an den Folgen von RAF-Terror und Ölkrise der 70er litt, das Thema Umwelt auf die Tagesordnung gepackt - den "Grünen" sei Dank. Atomkraft, Waldsterben, Algenpest sind die Stichwörter. Außerdem stand das Jahrzehnt unter den Vorzeichen massiver atomarer Aufrüstung und einer sich dagegen stemmenden Friedensbewegung. Und dann kam Gladbeck, das von den Medien zügellos begleitete Geiseldrama, das die Bevölkerung in eine Schockstarre versetzte. Bis sich die Mauer in Berlin am 9. November öffnete und der Weg für ein vereintes Deutschland frei wurde. Der 80er waren Gänsehaut pur. Klicken Sie auf das erste Bild, um die Fotostrecke zu starten.

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13. Januar 1980 - Gründung der Bundespartei DIE GRÜNEN in Karlsruhe

Im März verabschieden 791 Delegierten der GRÜNEN, die 16.000 Mitglieder vertreten, auf einem Programmparteitag die programmatischen Grundsätze grüner Politik. In der Präambel ihres Programms bezeichnen sich die Grünen als "Alternative zu den herkömmlichen Parteien" und formulieren vier Kernpunkte:Ökologisch: "Ausgehend von … der Erkenntnis, dass in einem begrenzten System kein unbegrenztes Wachstum möglich ist, heißt ökologische Politik, uns selbst und unsere Umwelt als Teil der Natur zu begreifen."Sozial: "'Sozial' hat vor allem eine ökonomische Komponente … Sowohl aus der Wettbewerbssituation als auch aus der Konzentration wirtschaftlicher Macht … gehen jene ausbeuterischen Wachstumszwänge hervor, in deren Folge die völlige … Verwüstung der menschlichen Lebensbasis droht."Basisdemokratisch: "Wir gehen davon aus, dass der Entscheidung der Basis prinzipiell Vorrang eingeräumt werden muss… Kerngedanke ist dabei die ständige Kontrolle aller Amts- und Mandatsinhaber und Institutionen durch die Basis (Öffentlichkeit, zeitliche Begrenzung) und die jederzeitige Ablösbarkeit, um Organisation und Politik für alle durchschaubar zu machen und um der Loslösung einzelner von ihrer Basis entgegenzuwirken."Gewaltfrei: "Gewaltfreiheit gilt uneingeschränkt und ohne Ausnahme zwischen allen Menschen, also ebenso innerhalb sozialer Gruppen und der Gesellschaft als Ganzem als auch zwischen Volksgruppen und Völkern. Das Prinzip der Gewaltfreiheit … schließt sozialen Widerstand in seinen mannigfachen Varianten ein."Oktober 1983 / Stuttgart Friedensdemonstration, Massen von Demonstranten, mit Transparenten (der Grünen); gegen Nuklearwaffen, gegen Atombombe."

26. September 1980 - Anschlag auf das Münchner Oktoberfest

Bei der Detonation einer Bombe vor dem Haupteingang des Oktoberfestes werden 13 Menschen, darunter vier Kinder, getötet und über 200 zum Teil schwer verletzt. Unter den Toten ist auch der mutmaßliche Attentäter, der 21-jährige Geologiestudent Gundolf Köhler, der aktive Verbindungen zu der verbotenen rechtsextremistischen "Wehrsportgruppe Hoffmann" unterhalten hat. Die Bombe explodiert um 22.19 Uhr, zu einer Zeit, als Tausende Oktoberfestbesucher sich auf den Heimweg machen und daher mit zahlreichen Opfern gerechnet werden muss. Dass auch der Attentäter selbst ums Leben kommt, ist nach Ansicht der Polizei darauf zurückzuführen, dass die Bombe früher als erwartet detoniert ist.Das Attentat ist der bislang schlimmste Terrorakt in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Über die Bewertung des Anschlags und des Bombenlegers kommt es in der Bundesrepublik zu einer heftigen innenpolitischen Kontroverse. Wenige Tage vor der Bundestagswahl schrecken einige Politiker nicht davor zurück, das Attentat zum Wahlkampfthema zu machen.

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Jugendkulturen der 1980er

In den 1980er Jahren prägen sich verschiedene Jugendkulturen aus. Dazu zählen Punks, Popper, Dinks, Skins und Alternative (auch Ökos genannt). Die Punks bauen eine Gegenkultur zur Welt des freien Marktes auf; mit zerlumpter Kleidung, gefärbtem Irokesenschnitt, Ratten als Haustieren, Sicherheitsnadeln im Gesicht und der Straße als Wohnung wollen die Außenseiter das Bürgertum provozieren. Dagegen heißt die Devise der Popper - Anpassung. Elbschwenker, Collegeschuhe und Faltenrock werden zu Markenzeichen. Politik interessiert nicht, Hauptsache, man ist elegant. Alternative setzen auf Harmonie statt Aggression. Lässige Kleidung und Friedensengagement zählen zu ihren Markenzeichen. Unser Bild zeigt Punks im Juli 1982 in einem Münchner Park.

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von Jörg Peter Urbach, wissen.de
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