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Warum zwei PV-Anlagen mit gleicher Leistung völlig unterschiedlich arbeiten können
In der Praxis beeinflussen Faktoren wie Standort, Ausrichtung, Temperatur, Verschattung, Alter der Module, Wirkungsgrad des Wechselrichters und weitere technische Komponenten die tatsächliche Effizienz.
Selbst kleine Unterschiede bei Installation oder Wartung wirken sich stark auf die Jahresproduktion aus. So kann eine PV-Anlage in München deutlich mehr Strom liefern als eine baugleiche in Hamburg. Die Nennleistung allein ist daher kein verlässliches Maß für die Leistungsqualität. Entscheidend bleibt das Zusammenspiel von Planung, Umgebung und Technik, das den realen Ertrag bestimmt. Die folgenden Abschnitte gehen noch etwas genauer auf das Thema ein.
Anlagenkomponenten und Qualität der Module
Die Qualität der eingesetzten Komponenten beeinflusst den Ertrag einer Anlage entscheidend. Hochwertige Module verfügen über höhere Wirkungsgrade und eine langsamere Leistungsabnahme über die Zeit. Auch die Wechselrichter bestimmen die Effizienz bei der Umwandlung von Gleich- in Wechselstrom. Günstigere Komponenten weisen oft größere Toleranzen und höhere Verluste auf. Materialqualität, Zelltechnologie und das Temperaturverhalten der Module entscheiden somit über die langfristigen Erträge und die Zuverlässigkeit der gesamten Anlage. Monokristalline Zellen bieten in der Regel höhere Wirkungsgrade als polykristalline Varianten, da ihre Kristallstruktur homogener ist, sind jedoch teurer.
Eine hohe Modulqualität zahlt sich durch stabile Leistung und geringere Wartungskosten aus.
Verschattung und lokale Gegebenheiten
Neben der Ausrichtung spielt auch die Verschattung eine entscheidende Rolle. Schon kleine Schatten können die Leistungsfähigkeit einer Photovoltaikanlage erheblich reduzieren. Bäume, Antennen oder Nachbargebäude werfen oft temporäre Schatten, die mehrere Module beeinträchtigen.
Besonders in dicht bebauten Stadtvierteln treten solche Situationen häufig auf. Moderne Systeme nutzen Leistungsoptimierer, die einzelne Modulstränge unabhängig regeln, um Verschattungsverluste zu reduzieren. Dennoch bleibt eine sorgfältige Standortanalyse entscheidend. Auch Schornsteine, Dachgauben oder der niedrige Sonnenstand im Winter erzeugen längere Schattenzonen, die den Gesamtertrag deutlich mindern. Eine gezielte Planung minimiert diese Risiken und sichert langfristig stabile Erträge.
Standort und Ausrichtung als entscheidende Faktoren
Die geografische Lage einer Photovoltaikanlage bestimmt maßgeblich, wie viel Sonnenenergie in elektrische Energie umgewandelt wird. In Süddeutschland, etwa in München oder Regensburg, sind die globalen Einstrahlungswerte – also die Gesamtmenge der auf eine Fläche treffenden Sonnenstrahlung – deutlich höher als in Norddeutschland. Auch die Dachform und Himmelsrichtung beeinflussen die Effizienz. Optimal sind eine Südausrichtung und eine Neigung von etwa 30 bis 35 Grad, da sie den Sonnenverlauf bestmöglich nutzen. Abweichungen, wie eine Ost-West-Ausrichtung, können den Ertrag um bis zu 20 Prozent senken.
Lokale Wetterbedingungen, etwa häufige Nebelphasen oder hohe Luftfeuchtigkeit, wirken sich ebenfalls direkt auf die jährliche Stromproduktion aus. Zudem spielt der Breitengrad eine Rolle, da er die Sonnenhöhe und damit die Einstrahlungsintensität beeinflusst.
Wartung, Verschmutzung und Alter der Anlage
Im Laufe der Jahre verringern Verschmutzung und natürliche Alterung die Leistung jeder Photovoltaikanlage. Staub, Pollen, Vogelkot oder Schnee können den Lichteinfall mindern und den Energieertrag reduzieren.
In landwirtschaftlich geprägten Regionen mit hoher Staubbelastung sind regelmäßige Reinigungen sinnvoll. Auch Salznebel in Küstennähe kann die Glasoberflächen angreifen. Module altern durch UV-Strahlung und Temperaturwechsel, wodurch die Effizienz – das Verhältnis von erzeugter Energie zur Einstrahlung – sinkt.
Langfristige Wartungspläne und jährliche Sichtkontrollen helfen, Leistungsverluste frühzeitig zu erkennen und gegenzusteuern.
Typischerweise reduziert sich die Leistung durch Alterung um etwa 0,5 % pro Jahr. Regelmäßige Pflege verlängert oft die Lebensdauer der Module und sichert die Wirtschaftlichkeit der Anlage. Gerade auch mit Hinblick auf die Tatsache, dass Nachhaltigkeit große Ziele braucht, ist es ratsam, besagte Pflege nicht zu vernachlässigen, um das Maximum aus seinen Möglichkeiten herauszuholen.
Wetterbedingungen und saisonale Einflüsse
Wetter und Jahreszeit beeinflussen die tägliche Stromproduktion erheblich. Im Sommer liefern lange Sonnentage hohe Erträge, während im Winter kurze Tage und flacher Sonnenstand die Leistung mindern. Auch die Temperatur spielt eine Rolle: Hohe Hitze senkt den Wirkungsgrad der Module.
Der Ertrag einer 10 kWp-Anlage kann daher täglich zwischen 20 und 60 Kilowattstunden schwanken, abhängig von Sonneneinstrahlung und Modultemperatur. In südlichen Regionen werden im Jahresdurchschnitt deutlich höhere Werte erzielt als im Norden. Diese Unterschiede verdeutlichen, wie stark Klima und Standort den Photovoltaikertrag prägen.
Wenn du mehr über den Ertrag einer 10 kWp PV Anlage am Tag wissen möchtest, hilft dir eine detaillierte Berechnung, wie sie bei der Zimmerei in Heidelberg durchgeführt wird.