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Wieder daheim

Neun Monate durch die Welt: Kerstin reiste von August 2006 bis Mai 2007 durch die Welt. Von London aus ging es über San Francisco nach Chile, Bolivien, Neuseeland und Australien. Dazwischen viele Übernachtungen in Jugendhotels und auf Campingplätzen, Kontakt mit Menschen aller Rassen und Hautfarben, neue Essgewohnheiten und Sprachen. Jetzt ist sie wieder zurück - in München angekommen. Wir haben die Weltreisenden um ihr persönliches Fazit gebeten.

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Was war der spannendste Moment auf deiner Weltreise?
 

Der spannendste Moment auf der ganzen Reise war sicherlich, als ich spät abends in Santiago de Chile angekommen bin und mir unweigerlich klar wurde, dass ich kein Wort spanisch verstehe. In diesem Moment dachte ich nur “was zum Teufel tue ich hier eigentlich. Werde ich wohl jemals heil in meinem Studentenwohnheim ankommen?“ Naja, als ich da dann so am Flughafen stand, natürlich ohne Pesos in der Tasche und auch nicht fähig war, mir Geld aus dem spanisch sprechenden Geldautomaten zu ziehen, hab ich erst einmal beschlossen mir mit meiner Kreditkarte zwei Bier an der Flughafenbar zu kaufen um mich dann auf den spannenden Weg zum „El Punto“ zu begeben. Also die Aktion war wirklich eine Herausforderung und ich habe auf  jeden Fall gelernt, wie hilflos man sich ohne Sprachkenntnisse fühlen kann. Die Nacht hatte allerdings noch ein Happyend. Nachdem mich ein Taxifahrer sicher am Ziel abgesetzt hatte, bin ich mit ein paar Leuten aus dem Studentenwohnheim noch die ganze Nacht tanzen gegangen. Ich dachte mir "feiern kann ich auch auf spanisch" und meiner Eingliederung hat es auch gut getan.

 

 

Ausland, Ferne, Freunde und Familie weit weg: Was hast du in dieser Zeit besonders vermisst?

 

Also am Anfang habe ich eigentlich gar nichts vermisst. Ich denke, ein kleiner „Einbruch“ kam dann nach 3 Monaten. Da hab ich kurzzeitig meine Familie und Freunde, mein Bett, mein Klo, meinen Kleiderschrank und meine Küche schon ein bisschen vermisst. Aber durch die tollen Eindrücke (ich war zu der Zeit in Chile/Bolivien), bleibt gar nicht so viel Zeit richtig traurig zu sein. Es gibt halt wie zu Hause auch gute und schlechte Zeiten. Das Interessante war, als ich dieses kleine Tief überstanden hatte, habe ich mich innerlich jeden Tag mehr von zu Hause distanziert. Plötzlich ist jedes Bett, jede Küche und jedes Klo deines. Genauso ist es mit den Leuten, die dich umgeben. Man lernt so viele tolle Menschen kennen, da hatte ich kaum Zeit, meine Leute zu Hause zu vermissen. Vor allem bleibt ja immer die Gewissheit, dass man die Menschen, die man zu Hause lieb hat, bald wieder sieht.

 

 

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