Wahrig Herkunftswörterbuch
Feuer
die Bezeichnung geht auf
[Info]westgerm.
*fewur „Feuer“ zurück, das auch inaltengl.
fyr undaltfrz.
fior aufzufinden ist; Ursprung istidg.
*peuor „Feuer“, bezeugt auch ingriech.
pyr undaltisländ.
fyrr; von der Genitivform der indogermanischen Wurzel, *punés, leiten sichgot.
fon „Feuer“ undndrl.
vonk „Funke“ ab; das übertragene Verbfeuern
„entlassen“ ist aus dem Englischen übernommenFeuer: durchs Feuer gehen
Für die Redensart für jemanden durchs Feuer gehen „für jemanden alle Gefahren aushalten, sich für ihn einsetzen“ gibt es zwei Erklärungsansätze, die gleichermaßen plausibel sind. Der eine ist naheliegend – schließlich gibt es im Brandfall oft Menschen, die ohne Rücksicht auf ihr eigenes Leben andere zu retten versuchen. Grimmelshausen lässt seinen Simplicissimus bereits 1668 anerkennend über seine Knechte sagen: „[S]o waren sie mir auch dermaßen getreu, daß jeder auf den Notfall für mich durch ein Feuer gelaufen wäre.“ In diesem Satz schwingt aber auch die zweite mögliche Erklärung mit, nämlich das Durchstehen des mittelalterlichen Feuerurteils (lat. iudicium ignis), mit dem man Menschen prüfte, die eines Verbrechens bezichtigt waren. Blieb der Gefangene bei dieser Prozedur unversehrt, so galt er als unschuldig. Frauen war dabei gestattet, jemanden zu wählen, der an ihrer statt diese Prüfung bestand – so wie die Knechte es für Simplicissimus getan hätten. Ging es allerdings um Hexerei, so unterzog man Frauen infamen Feuer–, Wasser– oder Wägeproben, die sie entweder als Hexe enttarnten oder sie – wie es oft geschah – auf der Stelle das Leben kosteten.
Wissenschaft
Sind Quantentechnologien gefährlich?
Physik kann gefährlich sein. Das hat die Welt beispielsweise mit der Entwicklung der Atombombe auf die harte Tour gelernt. Schon lange gibt es deshalb internationale Regelungen und Abkommen, um die Nutzung von Kernwaffen einzuschränken. Seit Kurzem sorgt man sich in der Verteidigungspolitik aber auch um die Gefahren eines anderen...
Wissenschaft
Das molekulare Gedächtnis
Chemische Elemente bilden verschiedene stabile Isotope. Winzige Unterschiede in ihrer Verteilung sind wie ein Fingerabdruck und verraten viel über die Herkunft. So lässt sich etwa der Weg des Wassers verfolgen. von RAINER KURLEMANN Alexander Frank hat ein besonderes Verhältnis zu Seen. In diesem Herbst reist der Biologe zu drei...