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WAHRIG HERKUNFTSWöRTERBUCH

Pracht

lässt sich auf
mhd.
braht „Lärm“,
ahd.
braht zurückführen;
lat.
suffragium „Beifall“ scheint verwandt zu seine und deutet darauf hin, dass mit „Lärm“ ursprünglich ein zustimmender Lärm gemeint war; die Bedeutung entwickelte sich erst in neuhochdeutscher Zeit zu „Prunk, Glanz“; seit dem 16. Jh. ist auch die Ableitung
prächtig
„herrlich, großartig“ gebräuchlich
[Info]
Pracht: kalte Pracht
Früher bezeichnete die Fügung kalte Pracht nur ein unbewohntes Zimmer, das nicht beheizt wird. Damit gemeint war vor allem ein prachtvoller Raum in einer Bürgerwohnung, der nur an Feier oder Festtagen genutzt wurde und der nicht zum Wohnen vorgesehen war. Hier empfing man besonderen Besuch, für die engere Familie war dieser Bereich jedoch nicht bestimmt. Man geht davon aus, dass mit der kalten Pracht zunächst die „gute Stube“ eines Bauernhauses gemeint war. Diese ließ sich, weil es nur eine Feuerstelle im Herd des Hauses gab, nicht beheizen und blieb daher kalt.
In jüngerer Zeit wird kalte Pracht oft als Metapher für „Schnee(decke)“ oder „Eis“ verwandt, was darauf hindeutet, dass die ursprüngliche Bedeutung vielen Menschen heute nicht mehr geläufig ist.
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