Total votes: 61
  • Send to friend
  • Diese Seite drucken
wissen.de Artikel

Arm und reich in Deutschland

Bundesregierung stellt Armuts- und Reichtunsbericht vor

Was ist Armut? Für die Mitglieder der Europäischen Union ist ein Alleinstehender arm, wenn er „weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens verdient“. In Deutschland sind das 781 Euro netto. Nach dem dritten Armuts- und Reichtumsbericht, den die Bundesregierung soeben vorgestellt hat, gelten in Deutschland 13 Prozent der Bevölkerung als arm, d. h. jeder Achte. Ohne soziale Leistungen wie Arbeitslosengeld II und Wohn- oder Kindergeld läge die Quote doppelt so hoch, ließ Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) wissen. Die erhobenen Daten sind allerdings über zwei Jahre alt. Seitdem sind die Lebenshaltungskosten noch einmal gestiegen, die Arbeitslosenzahlen hingegen gesunken.

Wer arm ist

Mit seiner Armutsquote liegt Deutschland im Europa-Vergleich unter dem Durchschnitt von 16 Prozent. Auch das Armutsrisiko für Kinder ist mit einem Wert von 12 Prozent unter dem europäischen Schnitt mit 19 Prozent.

Besonders häufig vom so genannten Armutsrisiko betroffen sind Arbeitslose – hier vor allem Langzeitarbeitslose, Alleinerziehende und gering Qualifizierte. Bei ihnen liegt das Risiko bei 43 Prozent. Überdurchschnittlich hoch ist der Wert bei Alleinerziehenden. Bei ihnen liegt das Armutsrisiko bei 24 Prozent, während Familien mit Kindern ein unterdurchschnittliches Armutsrisiko von 9 Prozent aufweisen.

Bei Erwerbstätigen reduziert sich die Einkommensarmut auf sechs Prozent. Bei den Älteren ist das Armutsrisiko ähnlich hoch wie bei der Gesamtbevölkerung. Nur 2,3 Prozent der Menschen im Alter ab 65 Jahren bezogen zum Ende des Erhebungszeitraums – Ende 2006 – Grundsicherung im Alter und sind damit von Altersarmut betroffen.

 

... und reich

Als reich gilt in den Ländern der EU, wer mindestens 200 Prozent des mittleren Einkommens hat. Bei einem Alleinstehenden wären das 3418 Euro netto, bei einer Familie mit zwei Kindern 7178 Euro netto.

 

Und die Mittelschicht?

Nach den EU-Daten ist die Armutsrisikoquote in Deutschland von 2004 auf 2005 leicht von 12 auf 13 Prozent gestiegen. Zugenommen hat in den letzten Jahren offenbar auch die Ungleichheit bei den Einkommen: Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung hatte vor kurzem dokumentiert, dass in der Bundesrepublik die Mittelschicht schrumpft. Nach Angaben des DIW sank ihr Anteil an der Bevölkerung zwischen 2000 und 2006 von 62 auf 54 Prozent. Das entspricht einem Rückgang von 49 auf 44 Millionen Menschen. Arbeitsminister Olaf Scholz ist sich mit Experten einig: „Die Schere zwischen arm und reich hat sich weiter geöffnet. Die Einkommen der Reichen sind weiter gewachsen, dagegen sinken die Einkommen im unteren Bericht leicht“.

 

von Michael Fischer, wissen.de/Quelle: Bundesregierung
Total votes: 61
  • Send to friend
  • Diese Seite drucken

Post new comment


2 Kommentare

Filtered HTML

  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • Zulässige HTML-Tags: <a> <em> <strong> <cite> <blockquote> <code> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd>
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.

Plain text

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
CAPTCHA
This question is for testing whether you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.

Auch wenn die EU es sagt, damit ist man 'nur' sehr gut verdienend. Reich ist auch abhängig vom Vermögen. Früher hieß es: arm, untere Mittelschicht, mittlere Mittelschicht, wohlhabend (ging eher bis Vermögen ca. 3-4 Mio.Mark) und sehr wohlhabend. Ab einem Vermögen, bei dem man finanziell sorgenfrei sein konnte, sprach man dann von reich. Da musste man schon 8-10 Mio. Mark haben, nun also 6-8 Mio.€


mit 7500.-E kann man mit 2 kindern ein bürgerliches Leben sicher nur bedingt führen,z.B. außerhalb von teuren Großstädten.Alleine die Finanzierung eines durchschnittlichen Einfamilienhauses in München erfordert Finanzierungskosten in Höhe von 40000-50000 E jährlich!von reich kann keine rede sein!