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Paul Celan - Dichten nach dem Holocaust

Paul Celan hieß eigentlich Paul Ạntschel. Zu seinem Künstlernamen machte er ein Anagramm der rumänischen Schreibweise seines Namens "Ancel". Paul Celan kam am 23. November 1920 im damals noch rumänischen Tschernowzy zur Welt. Ende April 1970 beging er in Paris Selbstmord. Der Sohn deutschsprachiger jüdischer Eltern studierte zeitweise Medizin in Frankreich, dann Romanistik in Tschernowzy. 1942 wurde Paul Celan deportiert. In dem Jahr starben auch seine Eltern. Bis 1944 lebte Celan im Arbeitslager, kam 1947 nach Wien und lebte seit 1948 in Paris. Paul Celan wurde französischer Staatsbürger. Er lehrte an der École Normale Supérieure.

Das traumatische Erlebnis des Holocaust

Paul Celans Dichtung steht unter dem Einfluss des französischen Symbolismus und Surrealismus, den er mit biblischen und chassidischen Motiven verbindet; dabei ist das traumatische Erlebnis des Holocaust immer präsent, so auch in der berühmten "Todesfuge", die das Grauen von Auschwitz in Sprache umsetzt. Erschienen ist Celans bekanntestes Gedicht in der Sammlung "Mohn und Gedächtnis" im Jahr 1952. Die abstrakten Verse werden von sehr persönlicher Sprachsensibilität, einer eigenen Welt der Metaphern und Chiffren bestimmt.

Mit "Sprachgitter" (1959) wird die Aussage härter, Celan thematisiert die Erlebnisse im Ghetto, den Missbrauch der Sprache durch die Nationalsozialisten. Paul Celan war auch ein bedeutender Übersetzer, unter anderem aus dem Russischen (A. Blok, O. Mandelschtam, S. Jessenin), Französischen (A. Rimbaud, R. Char), Englischen (Shakespeares Sonette) und Italienischen.

1960 erhielt Paul Celan den Georg-Büchner-Preis. Nach Celan ist ein Literaturpreis benannt, der seit 1988 im Rahmen der Frankfurter Buchmesse jährlich für herausragende Übersetzungen ins Deutsche verliehen wird. Er ist mit 15.000 Euro dotiert.

 

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Quelle: Brockhaus
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