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Bezahlbarer Wohnraum? Mangelware!

Bezahlbarer Wohnraum in Metropolen wie Berlin und München ist schon länger knapp. Doch mittlerweile steigen die Mieten selbst in kleineren deutschen Städten immer weiter - trotz Mietpreisbremse. Als Folge ist die Wohnungssuche längst nicht mehr nur für Geringverdiener ein Problem. Auch für Haushalte mit mittlerem Einkommen wird es schwieriger. Experten schlagen Alarm.

München
München hält in Sachen Mietpreise den bundesdeutschen Spitzenplatz.
Rund 14,50 Euro pro Quadratmeter - so viel muss heute im Schnitt hinblättern, wer eine Wohnung in München mieten möchte. In Sachen Mietpreise hält die bayerische Metropole den bundesweiten Spitzenplatz. Doch auch in anderen Städten wird Wohnraum zunehmend zum Luxusgut. Mieter müssen immer tiefer in die Tasche greifen, haben gleichzeitig aber nicht mehr Geld zur Verfügung als früher. Denn: Während die Mieten in den vergangenen fünf Jahren durchschnittlich um 17 Prozent gestiegen sind, haben die Einkommen im selben Zeitraum nur um knapp acht Prozent zugelegt.

"Mieten und Einkommen haben sich entkoppelt", sagt Oliver Ehrentraut vom Wirtschaftsforschungs- und Beratungsunternehmen Prognos. Der Wissenschaftler und seine Kollegen haben im Auftrag des Verbändebündnisses Wohnungsbau neue Zahlen zu einem inzwischen altbekannten Problem ermittelt - einem Problem, das sich offenbar immer weiter zuspitzt. Demnach kann sich ein durchschnittlicher Haushalt mit einem Nettoeinkommen von etwa 2.170 Euro pro Monat in München, Berlin und Hamburg mittlerweile nur noch eine Wohnung mit weniger als 60 Quadratmetern leisten, wenn auch noch Geld für Essen, Kleidung & Co übrigbleiben soll. Für eine Familie mit Kindern ist das deutlich zu klein.

"Mietpreisbremse funktioniert nicht"

Zu viele Interessenten, zu wenig bezahlbare Wohnungen - das ist nach den vor kurzem veröffentlichten Berechnungen des Prognos-Instituts allerdings längst kein reines Problem der großen Ballungsgebiete mehr: Der Wohnungsmangel hat auch ländliche Regionen erreicht. In rund einem Drittel aller Kommunen und Kreise ist er inzwischen angekommen und trifft dort nicht mehr nur die besonders einkommensschwachen Gruppen. So sind Sozialbauwohnungen zwar nach wie vor Mangelware. Zugleich verschärft sich die Situation jedoch auch für Wohnungssuchende mit mittlerem Einkommen.

Eigentlich sollte die von der schwarz-roten Regierungskoalition eingeführte Mietpreisbremse diese Entwicklung stoppen. Die Regelung sieht vor, dass in Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt die Miete bei Neuvermietungen höchstens zehn Prozent über dem ortsüblichen Mietspiegel liegen darf. Bezahlbarer Wohnraum für alle war das Ziel. Doch der Plan scheint nicht aufzugehen. "Die Mietpreisbremse funktioniert nicht und muss dringend nachgebessert werden", sagt der Deutsche Mieterbund. So seien die Mieten bundesweit zuletzt trotz der in aktuell 313 Städten geltenden Preisbreme gestiegen.

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