Wahrig Herkunftswörterbuch

Latein
Die Wendung mit seinem Latein am Ende sein bedeutet heute noch „nicht mehr weiterwissen“, und sie bezieht sich (wie das gleichbedeutende frz. en être au bout de son latin) auf die Zeit, als Latein die Sprache der Gelehrten und mit der Bildung Beauftragten war. In der Wendung bedeutet Latein so viel wie „Wissen(schaft)“ im Allgemeinen. Der Ausdruck Küchenlatein „schlechtes Latein“ wird damit erklärt, dass Humanisten auf diese Weise das in den Küchen von Klöstern gesprochene Latein herabsetzten. Als Jägerlatein galt zunächst die (teils undurchschaubare) Fachsprache der Jäger, bevor sich die Bedeutung „Erzählungen von angeblichen Jagderlebnissen“ dazugesellte und die alte Bedeutung ablöste. In der sich vom Mittelalter bewusst absetzenden Renaissance wurden deutsche Namen gern latinisiert oder gräzisiert: so hängte man ihnen entweder eine lateinische Nachsilbe an (aus Berg wurde Bergius), oder man übersetzte sie: Bäcker zu Pistorius, Bauer zu Agricola, Greif zu Gryphius, Groß zu Magnus, Krämer zu Mercator oder Schneider zu Sartorius. Bekannte Gräzisierungen, vom Deutschen ins Griechische übertragene Namen, sind Melanchthon, für deutsch Schwartzerdt, und Neander für Neumann.
Ostsee, Weltkriegsmunition
Wissenschaft

Explosive Altlasten

In Nord- und Ostsee lagern riesige Mengen an Weltkriegsmunition – eine wachsende Gefahr für Menschen und Umwelt. Forscher und Spezialunternehmen entwickeln Techniken, um die Altmunition unschädlich zu machen. von HARTMUT NETZ Die eben noch glatt daliegende See reißt plötzlich auf. Eine gewaltige Fontäne schießt in die Höhe,...

Irdischer Trabant: Heute beträgt die – aufgrund seiner elliptischen Bahn schwankende – Entfernung des Mondes 363.300 bis 405.500 Kilometer. Das war nicht immer so, denn der Abstand vergrößert sich seit Milliarden von Jahren. Das Foto machte NASA-Astronaut Jeff Williams an Bord der Internationalen Raumstation am 18. August 2016 rund 400 Kilometer über dem Atlantik.
Wissenschaft

Als die Tage kürzer waren

In der Frühzeit der Erde verging ein Tag wesentlich schneller als heute, und der Mond kreiste näher um unseren Planeten. Nun ließ sich dies mithilfe von afrikanischen Sedimenten bis in die ferne Vergangenheit nachvollziehen. von THOMAS BÜHRKE Bei drei Apollo- und zwei Lunochod-Missionen wurden auf dem Mond Retroreflektoren...

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