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Der Kreativität freien Lauf lassen

Wagen Sie den Schritt ins Reich der Ideen!

Vielleicht kennen Sie das ja: Sie sitzen da und meinen, Sie hätten ein Brett vor dem Kopf. Eigentlich sollten Sie ja ein interessantes Konzept für die Firmensitzung am nächsten Morgen erstellen oder ein paar unterhaltsame Vorlagen zur Illustration Ihres Referats vorbereiten. Vielleicht sind sie in der Werbebranche tätig und Ihnen fällt momentan einfach keine spritzige Idee für das neue Projekt ein. Egal, ob in kleinen, alltäglichen Dingen oder im Beruf: Kreativität ist heute in allen Lebensbereichen gefragt. Manchen fällt das nicht schwer, denn ihnen sprudeln die Ideen nur so heraus. Andere - und vielleicht gehören Sie ja zu dieser Gruppe - beneiden diese Menschen um ihren Einfallsreichtum und würden sich gern eine Scheibe davon abschneiden.
Doch Sie brauchen niemanden um seine kreativen Einfälle zu beneiden, denn es gibt die Möglichkeit, Ihre Kreativität zu schulen und somit Ihren eigenen Ideen- und Einfallsreichtum hinter dem Ofen hervorzulocken. Wie das gehen soll? Lassen Sie sich mitnehmen in die Welt der Ideen und Entdeckungen. Brechen Sie für einen Moment aus eingefahrenen Denkbahnen aus und lassen Sie sich auf eine Entdeckungsreise zu Ihrer eigenen Kreativität ein!

 

Was ist Kreativität?

Kreativität hat viele Gesichter. Sie zeigt sich in Künsten wie Malerei, Literatur oder Tanz, aber auch in alltäglicheren Dingen wie Beruf, Schule und zwischenmenschlichen Beziehungen.
Kreativ zu sein bedeutet, einen anderen Blickwinkel zu wählen, ungewohnte Zusammenhänge herzustellen, eine unübliche Form der Darstellung zu wählen oder etwas Neues zu entwickeln. Dabei kann es sich um ein Kunstwerk, eine neue Geschäftsidee oder eine unkonventionelle Problemlösung handeln. Auch wenn Sie Ihre Kinder zu etwas motivieren wollen, wofür diese sich nur schwer erwärmen lassen, setzen Sie unbewusst Ihre Kreativität ein.
Kreative Augenblicke stellen sich oft ganz unerwartet ein. Beim morgendlichen Joggen, auf dem Weg zur Arbeit oder unter der Dusche taucht wie aus dem Nichts die Lösung eines Problems vor Ihren Augen auf, an dem Sie schon seit Tagen herumknobeln. Oder Ihnen fällt unvermittelt eine Idee für ein Bild ein, das Sie schon lange malen wollten. Plötzlich ist Ihre schöpferische Seite erwacht. Die einzelnen Puzzleteile des Problems, zu dem Sie schon seit geraumer Zeit eine Lösung suchten, passen auf einmal wunderbar zusammen und alles erscheint so leicht und einfach, als hätte diese Lösung schon die ganze Zeit zum Greifen nahe vor Ihnen gelegen. Und da - auf einmal - kommt Ihnen die zündende Idee.

 

Der zündende Gedanke

Dass uns die besten und kreativsten Gedanken kommen, wenn wir sie nicht erwarten, (z.B. beim Sport, Autofahren oder vorm Einschlafen) ist nicht verwunderlich. Denn in diesen Augenblicken sind wir besonders entspannt und unsere Gedanken und Ideen können ungehindert fließen.
Manche Menschen nehmen sich sogar bewusst eine Auszeit oder gehen in der Mittagspause eine Runde spazieren, um einmal abzuschalten, anstatt die Gedanken weiter kreisen zu lassen und verbissen auf den "rettenden Einfall" zu warten. Oft stellt sich dann heraus, dass Ihnen in diesen Momenten tatsächlich die einfallreichsten Ideen in den Sinn kommen. Die unvermittelt gefundene Lösung motiviert sie dann dermaßen, dass sie sich sofort ins Zeug legen und voller Enthusiasmus bei der Sache sind.

 

Jeder Mensch ist kreativ

Gehirnjogging

Jeder Mensch hat ein kreatives Potential in sich. Zwar kann nicht jeder ein Michelangelo werden, aber Kreativität äußert sich ja nicht nur allein im künstlerischen Schaffen. Vielleicht haben Sie ja schon gemerkt, dass Sie ausgeprägte diplomatische Fähigkeiten besitzen - Streit zwischen Bekannten oder Kollegen zu schlichten ist Ihnen ein Leichtes und Sie können Menschen gut mitreißen und von einer Sache überzeugen. Vielleicht sind Sie aber auch der absolute Logiker und Ihre Stärken liegen in der Mathematik und im technischen Verständnis. Auch hier können Sie Kreativität einsetzen. Einstein verdankte es seiner Kreativität, dass er die Relativitätstheorie fand: Er ging seine Fragen sehr unkonventionell an, setzte eine beinahe kindliche Fantasie ein und näherte sich so Schritt für Schritt der Lösung des Problems.
Bei Kreativität geht es, wie Sie sehen, also keineswegs nur um Künstlerisches, sondern vielmehr handelt es sich hier um eine neue Art, Dinge anzupacken oder Ideen zu entwickeln - in jedem Bereich des Lebens. Wichtig ist, dass Sie lernen, sich bewusst zu entspannen und loszulassen, um somit Ihren Geist für neue Einfälle zu öffnen. Denn für die Entfaltung Ihrer Kreativität ist das Zusammenspiel von Denken und Fühlen, Logik und Intuition entscheidend.

 

Eigenschaften kreativer Menschen

Kreativität besteht aus drei "Grundzutaten", die je nach Ausprägung und Stärke in jedem von uns vorhanden sind: Talent, Fähigkeit zum "Querdenken" und Leidenschaft.

Alle Menschen sind auf die ein oder andere Weise kreativ - auch ein schön dekoriertes Zimmer oder ein Gedicht an die Freundin zeugen von Kreativität. Doch wer tatsächlich Großes leisten oder berühmt werden will, der muss eine wichtige Voraussetzung mitbringen, nämlich Talent. Kein Maler wird berühmt, wenn er nicht ein gewisses Maß an Talent in sich hat. Beethoven hätte ohne sein Talent niemals eine der berühmten Symphonien komponiert. Interessanterweise sind sich viele Menschen ihrer Talente nicht immer bewusst. Viele entdecken erst in der zweiten Lebenshälfte, dass sie ohne Mühe schöne Gemälde zustande bringen oder ein Ass im Geschichtenerfinden und -erzählen sind.

Zur Kreativität gehört ebenso die Fähigkeit, Dinge aus einer ungewohnten, mitunter gar grenzüberschreitenden Perspektive zu betrachten - das berühmte "Querdenken" also. Dabei werden Situationen oder Fragen auf unterschiedlichste Weise in Gedanken durchgespielt und verschiedene Blickwinkel ins Spiel gebracht. Wesentliche Bedingung für die volle Entfaltung der Kreativität ist, sich in diesen Momenten von eingefahrenen Denkschemata, Ansichten und der Meinung anderer zu befreien.
Dritter wichtiger Faktor ist die Leidenschaft. Das bedeutet, etwas aus einem inneren Wunsch oder gar Verlangen heraus zu tun und nicht, um damit Vorteile oder Ruhm zu erlangen. Leidenschaftliche Menschen sind voll in Ihrem Element und begeistert bei der Sache. Sie sprühen vor Enthusiasmus und sind hoch motiviert. Manche sind in ihren kreativen Phasen so gedankenverloren dabei, dass sie beim Malen, Töpfern oder Dichten gar nicht merken, was unmittelbar um sie herum geschieht. Auch entwickeln sie plötzlich eine ungewohnte Ausdauer. Sie bleiben an einer Sache dran und geben sie nicht auf. Sie tüfteln solange weiter oder probieren andere Möglichkeiten aus, bis sie mit dem Endergebnis zufrieden sind.

 

Durch innere Ruhe zum Ziel

Damit sich Kreativität entwickeln kann, ist also Entspannung und Loslassen notwendig. Die innere Ruhe können Sie mithilfe einfacher Übungen aus dem Autogenen Training oder Yoga erlangen. Auch durch Tiefenatmung und Meditation lernen Sie zu entspannen. Vorerst können Sie es auch mit kleinen Tipps versuchen, die Sie zu Hause oder auch am Arbeitsplatz ausprobieren können:

 

Bewusstes Abschalten

Setzen Sie sich auf einen Stuhl und legen Sie die Hände bequem auf Ihre Oberschenkel. Spannen Sie nun Ihre Beine an und halten Sie diese Spannung eine Weile, während Sie nacheinander auch Becken, Brust, Schulter, Hals und den Kiefer anspannen. Halten Sie diese Spannung einen Moment lang aufrecht und entspannen Sie danach wieder alle Muskeln. Diese bewusste Loslass-Übung hilft, zu entspannen und ganz bewusst abzuschalten. So eröffnet sich der Weg zu neuem Ideenreichtum.

 

Atmen Sie sich stress-frei

Setzen Sie sich hierzu bequem auf Ihren Büro- oder Lieblingsstuhl. Halten Sie den Rücken locker und aufrecht. Die Füße sollten bei dieser Übung flach auf dem Boden stehen. Legen Sie die Hände entspannt auf die Oberschenkel und schließen Sie die Augen. Atmen Sie nun ruhig und tief ein: Sie ziehen die Luft tief in den Bauch hinein, halten sie einen Augenblick an und beginnen dann wieder langsam auszuatmen - am besten durch den leicht geöffneten Mund. Wiederholen Sie dies noch ein- oder zweimal und kehren Sie dann zur normalen Atmung zurück. Fühlen Sie sich jetzt nicht angenehm entspannt? Nun ist Ihr Kopf wieder frei für neue Einfälle und den zündenden Gedanken, auf den Sie sehnlichst warten.

 

Laufen Sie sich frei

Sie können sich Ihre Anspannung auch einfach von der Seele laufen. Deswegen müssen Sie nicht gleich zum Jogging-Fanatiker werden. Es genügt schon, wenn Sie flotten Schritts eine Runde marschieren. Am besten suchen Sie sich dazu eine Strecke aus, wo Ihnen möglichst wenig Menschen begegnen werden - z.B. in der Natur. So haben Sie Ruhe, frische Luft und versorgen durch die Bewegung jede Zelle Ihres Körpers mit Sauerstoff. Marschieren Sie etwa eine halbe Stunde - auch länger, wenn Sie möchten - und Sie werden feststellen, wie wunderbar entspannt und ausgeglichen Sie danach sind.

 

Thomas Edison

Ausgefallen, aber bereits im Ansatz kreativ ist die Methode, die der Erfinder Thomas Edison anwandte. Er merkte, dass er seine besten Ideen in einem Zustand kurz vor dem Einschlafen hatte - einem Zustand also zwischen Wachen und Schlafen. Um diesen Zustand "künstlich" hervorzurufen, setzte er sich auf einen Stuhl und nahm in jede Hand eine Kugel. Unterhalb der Hände hatte er je eine Tortenplatte auf den Boden gestellt. Sobald er anfing einzudösen, lockerten sich seine Hände und die Kugeln fielen aus den Händen auf die Tortenplatten. Aufgeweckt von diesem Geräusch, nahm er sich sofort Papier und Stift und schrieb alles auf, was ihm in diesem Moment durch den Kopf ging. So entwickelte er viele kreative Gedanken und neue Ideen.

 

Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf

Sie haben noch nie gemalt, denken gar, Sie hätten kein Talent dazu? Probieren Sie es doch einfach einmal aus! Sie werden erstaunt und überrascht sein! Nehmen Sie sich anfangs einfach ein Blatt Papier - es kann ruhig etwas größer sein. Wenn Sie möchten, können Sie auch spezielles Malpapier für Wasser- oder Aquarellfarben verwenden. Es ist dicker als gewöhnliches Papier und eignet sich daher besser. Sie finden es in jedem Bastelbedarf, gut sortierten Schreibwarenhandlungen und sogar in Baumärkten, die auch Malbedarf für Hobbykünstler anbieten. Nehmen Sie Wasser- oder Aquarellfarben, Kreide, Buntstifte, Kohle oder Bleistift zur Hand und legen Sie einfach los. Malen Sie, was Ihnen in den Sinn kommt, und denken Sie nicht darüber nach, ob Ihr Bild wohl gut oder schlecht aussieht, ob Sie die richtige Technik verwenden oder die Farbkombination stimmt. Hier geht es einzig und allein darum, Ihre Kreativität auszuleben - wie es ein Kind auch tun würde. Folgen Sie einfach Ihrer Intuition und Inspiration. Wichtig ist, dass Sie Spaß daran haben.

Wenn Ihnen das Malen weniger liegt und Sie eher sprachgewandt sind, versuchen Sie es doch einmal mit Schreiben oder Dichten. Bringen Sie Ihre Gedanken zu Papier. Sie können entweder ein Tagebuch beginnen, eine Kurzgeschichte schreiben oder ein Gedicht verfassen. Auch hier gilt: Lassen Sie Ihrer Kreativität und Intuition freien Lauf. Vergessen Sie, was Sie in der Schule über Gedichte und deren "richtigen" Aufbau gelernt haben - dichten Sie stattdessen einfach drauflos und erfreuen Sie sich an Ihrem Werk. Ähnlich verhält es sich mit Geschichten: Vergessen Sie auch hier, was Sie einst im Deutschunterricht gelernt haben, und machen Sie sich frei von diesen gedanklichen Grenzen. Der Aufbau des Textes wird sich beim Schreiben von allein ergeben - daran herumfeilen können Sie hinterher immer noch. Wenn Sie sich von vornherein über Normen und Vorschriften Gedanken machen, hemmt das nur Ihre Kreativität.

Egal wie Sie Ihrer Kreativität Form verleihen - wichtig ist, dass Sie Freude und Spaß daran haben und voller Enthusiasmus bei der Sache sind.

 

Die vier Voraussetzungen

Sie besitzen bereits vier Voraussetzungen, um Ihre Kreativität voll zu entwickeln - schulen Sie diese:

  • Glauben Sie an Ihre Kreativität! So werden Sie - vermutlich zu Ihrer Überraschung - bei Ihren Aktivitäten mehr Selbstsicherheit und Zielstrebigkeit an den Tag legen.
  • Seien Sie nicht zu selbstkritisch. Wir alle haben eine mehr oder weniger kritische innere Stimme, die viele gute Ideen bereits im Keim erstickt, ehe wir sie überhaupt richtig zu Ende gedacht haben. Allzu schnell denken wir, "die anderen halten mich sicher für verrückt" oder "das funktioniert doch eh nicht", und lassen es dann dabei beruhen.
  • Schulen Sie Ihre Beobachtungsgabe. Nehmen Sie die Welt um sich herum mit all ihren vielen Details bewusster wahr. Lernen Sie wieder, sich über Kleinigkeiten zu freuen und wie ein Kind zu staunen. Bewahren Sie sich immer Ihre kindliche Seite und verwenden Sie gleichzeitig den unbestechlichen Blick eines Wissenschaftlers. Das ist die beste Kombination aus Verstand, Logik, Intuition und geschärfter Beobachtung.
  • Scheuen Sie sich nicht, unvoreingenommene Fragen zu stellen, denn dumme Fragen gibt es nicht! Auch große Erfinder und Wissenschaftler sind oft dadurch zu ihren tollsten Erfindungen und Entdeckungen gelangt, indem sie sich geradezu kindliche Fragen stellten und ihrer Fantasie freien Lauf ließen.

 

Kinder und Kreativität

Kinder sind von Natur aus sehr erfinderisch und kreativ. Schnell wird hier aus einem einfachen Umzugskarton eine Ritterburg oder einen Bärenhöhle. Aus einem Baum im Garten wird ein unheimliches Monster, das man als "edler Ritter" bekämpfen möchte. Aus den leblosen Puppen werden lebendige Kameraden, mit denen es sich stundenlang spielen lässt.
Die Form und Intensität, in der Kinder ihre Kreativität ausleben, bestimmt weitgehend deren kreative Fähigkeiten im Erwachsenenleben. Wichtig ist, dass Eltern ihrem Nachwuchs in dieser Hinsicht keine Schranken auferlegen und den Erfindungsreichtum der Kleinen schon im Keim ersticken. Oft zeigen sich Kinder von einer bestimmten Beschäftigung besonders fasziniert. Sie befassen sich mit Vorliebe damit und meist hält diese Faszination auch im Erwachsenenalter noch an - sofern man sie als Kind nicht daran gehindert hat, diese Begeisterung auszuleben. Lassen Sie Ihrem Kind also große Freiräume:

  • Wenn Sie Ihr Kind ständig beobachten, wird es sich schnell in seiner spielerischen Freiheit gestört fühlen und jeglichen kreativen Impuls unterdrücken. Lassen Sie Ihrem Kind daher den nötigen Freiraum und kontrollieren Sie es nicht auf Schritt und Tritt.
  • Wir sollten Kinder nicht dazu bringen, ihre Handlungen an den Beurteilungen anderer auszurichten, sondern Spontaneität und Freude fördern. Bewerten Sie die Leistungen oder Künste Ihres Kindes nicht gleich. Unterstützen Sie es vielmehr durch ehrliche Zustimmung und Begeisterung. Kindern sollte es noch möglichst egal sein, was andere oder Freunde denken, und stattdessen etwas so gestalten, wie es ihnen selbst gefällt. Alles andere schränkt die Kreativität und damit das Selbstbewusstsein schon früh ein.
  • Belohnen Sie Ihr Kind nicht zu oft mit Spielzeug, Süßem oder Sonstigem. Wenn diese Mittel zu oft zum Zuge kommen, verliert Ihr Kind womöglich den eigenen Reiz an der kreativen Tätigkeit an sich und freut sich stattdessen vielmehr auf die Belohnung, die ihm dafür in Aussicht gestellt wird.
  • Schreiben Sie Ihrem Kind nicht vor, wie es Aufgaben wie Schularbeiten oder Zimmer aufräumen zu erledigen hat. Geben Sie ihm vielmehr die Möglichkeit, eigene Spielräume zu entwickeln und sich selbst zu entscheiden. Das hat nichts mit antiautoritärer Erziehung zu tun. Vielmehr ist hiermit ein gesundes Maß an Selbständigkeit gemeint. Erziehen Sie Ihr Kind zur Eigenverantwortung und lassen Sie ihm gerade in kreativen Bereichen die Freiheit, seinen eigenen Weg zu finden.
  • Vermeiden Sie, Ihrem Kind vorzuschreiben, welchen Hobbys es nachgehen soll. Viele Eltern wünschen, dass ihr Kind ein bestimmtes Instrument erlernt, und ärgern sich darüber, dass es immer wieder Diskussionen gibt, wenn es ums Üben oder den Unterricht geht. Fragen Sie Ihr Kind, was ihm Spaß macht, und unterstützen Sie es dabei. Wenn es lieber Reiten statt Tennis erlernen möchte, respektieren Sie das. Die Chancen, dass dieses Hobby lange Jahre ausgeübt und zu einer wahren Leidenschaft wird, ist dann wesentlich größer.
  • Stellen Sie keine überhöhten Erwartungen an Ihr Kind. Sie würden es damit nur unter Druck setzen und jegliche Freude an der Tätigkeit schon bald im Keim ersticken.
  • Geben Sie Ihrem Kind die Zeit, die es benötigt, sich mit einer Sache zu beschäftigen. Oft begehen Erwachsene den Fehler, dass sie Kinder z.B. im Museum schon nach ein paar Augenblicken von einem Bild zum nächsten zerren, obwohl sich das Kind gern noch länger mit dem Bild beschäftigt hätte, auf dem viele kleine Details zu entdecken waren. Ähnlich verhält es sich mit anderen Tätigkeiten. Oft werden Kinder zu früh in einer Aktivität unterbrochen, die sie gern fortgesetzt hätten. Dies passiert in der Schule durch die Pausenklingel, im Kindergarten z.B. durch die Erzieherin, die mit den Kindern ein Lied einüben will. Auch Eltern planen die Freizeit Ihrer Kinder oft an deren Bedürfnissen vorbei. Allzu oft werden sie in den kreativsten Augenblicken von den Erwachsenen unterbrochen. Lassen Sie Ihrem Kind die Zeit, die es selbst möchte, um sich dem Bild, der Knetarbeit oder dem Chemiebaukasten zu widmen. Spielen ist für Kinder in erster Linie ein kreativer Akt zur Erkundung der Welt.

 

Kreativität ausleben

Gehen Sie mit Ihren Kindern doch einmal in ein interaktives Museum. Das ist ein Ort, an dem nicht nur etwas ausgestellt wird, sondern die Besucher aktiv angehalten werden, selbst zu experimentieren. Ein solches Beispiel ist das Deutsche Museum in München. Es bietet z.B. eine Fülle von Themen rund um die Physik an. Zu jedem Thema können die großen und kleinen Museumsbesucher die physikalischen Phänomene selbst ausprobieren und "herumspielen". Selbst Erwachsene werden hier wieder zu Kindern.

Schenken Sie Ihren Kindern außerdem lieber Spielsachen, die die Fantasie anregen. Das fördert die Kreativität. Computerspiele und immer ausgetüfteltere elektronische Spielzeuge unterstützen diese Funktion heute leider immer weniger, da Kindern bereits eine Fantasiewelt vorgesetzt wird. Es ist also überlegenswert, Kinder weniger mit PC-Spielen oder Gameboys, sondern vielmehr mit "Klassikern" wie Lego, Playmobil, Chemie-Baukästen und Musikinstrumenten auszustatten. Lesen ist auch eine hervorragende Möglichkeit, die Fantasie anzuregen. Das hat nicht zuletzt J.K. Rowling mit ihren berühmten Harry-Potter-Büchern bewiesen!

 

Kreativität am Arbeitsplatz

In einer zunehmend globalisierten Welt wird es immer wichtiger, komplexe Zusammenhänge zu analysieren und zu gestalten. Die Wirtschaft ist daher vermehrt auf kreative Köpfe angewiesen. Unternehmen benötigen Mitarbeiter, die selbstständig denken und ihre Gedanken und Ideen frei äußern. Eine hervorragende Möglichkeit, dies zu unterstützen, ist die Team-Struktur. In Gruppen mit höchstens sechs bis acht Mitarbeitern herrscht in der Regel ein freundlicheres und aufgeschlosseneres Klima. Gerade schüchternen Menschen dürfte es in einem solchen Kreis leichter fallen, ihre Ideen und Anregungen zu äußern, ohne gleich zu befürchten, von ihrem Vorgesetzten oder den Kollegen belächelt, kritisiert oder gar ausgelacht zu werden.

Firmenchefs sollten versuchen, Unternehmenshierarchien so weit wie möglich zu reduzieren und den Mitarbeitern mehr Verantwortung zu übertragen. Je mehr Verantwortung oder gar Kundenkontakt ein Beschäftigter hat, desto motivierter wird er sein, gute Arbeit zu leisten. Dadurch wird er kreativer sein und produktiver arbeiten. So ist es in vielen Firmen üblich, dass die Mitarbeiter regelmäßig einen Verbesserungsvorschlag einreichen. Wird dieser von der Firmenleitung positiv aufgenommen und verwertet, bekommt der jeweilige Mitarbeiter dafür eine Belohnung. Das regt die Kreativität an, fördert die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens und motiviert wiederum die Mitarbeiter.

Kreativität kann sich nur entfalten, wenn man sich wohl fühlt. Arbeitsplätze sollten daher so gestaltet sein, dass die Mitarbeiter sich gern dort aufhalten. Dies kann durch eine angenehme Raumgestaltung und Arbeitsatmosphäre geschehen. Dazu tragen auch firmeneigene Kindertagesstätten bei, wie es in vielen Firmen in USA schon lange gang und gäbe ist. Je besser das Arbeitsumfeld, umso zufriedener sind in der Regel die Mitarbeiter. Dies fördert Aufgeschlossenheit und Kreativität in besonderem Maße.

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sind heute doch garnicht mehr gefragt. Dieser typus Mensch gilt nur als Einfältig und Luftikus.


Nach wenigen Zeilen wird der Leser von seiner Erwartung etwas wesentliches, vielleicht sogar etwas kreatives im Artikel zu finden enttäuscht.
Nach vielen allgemeinen und doch recht oberflächlichen Beschreibungen endet der Artikel darin wie und unter welchen Bedingungen Kreativität dazu dienen soll, Leistungsfähigkeit und Motivation der Schüler bzw. der Arbeitskräfte zu steigern.
Erwachsene haben es geschafft, sich ihre als Kind vorhandene Kreativität mit Hilfe erzieherischer und bildender Einrichtungen mühevoll abzutrainieren.
Was liegt näher als die Bildungseinrichtungen diesbezüglich zu betrachten und dort Kreativität zu fördern und zu nutzen anstelle den Menschen weiterhin auf Zahlen zu reduzieren?