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"Frau Lehrerin, woher kommen die Babys?"

Sexualunterricht informiert schon Grundschüler über ihren Körper, Gefühle und wichtige Grenzen

Grundschüler
Grundschüler

Für einem Moment war es still. Mütter blickten sich fragend an. Der sonst so lebhafte Elternabend einer gemischten ersten und zweiten Klasse im bayerischen Fürth stockte. „Was, die Kinder sollen in Sexualerziehung unterrichtet werden?“, fragte eine Mutter. „Jetzt schon?“, eine zweite. Eltern siedeln Themen rund um den ersten Kuss und die Liebe eben eher in der Pubertät an und orientieren sich an ihren eigenen Erfahrungen. Dass diese bereits in der Grundschule auf dem Lehrplan stehen, ist vielen gar nicht bewusst und manchen auch nicht recht.

 

Furcht der Eltern

„Erwachsene denken bei Sexualpädagogik in der Grundschule oft an Erwachsenenthemen, wie den Geschlechtsverkehr“, weiß Irene Böhm, die beim deutschlandweiten Verband pro familia arbeitet und dort Grundschulen zu Sexualität und Prävention berät. Sexualerziehung wird irrtümlich mit Sexualkunde gleichgesetzt. „Im Schulunterricht geht es jedoch um das Fördern eines positiven und informierten Umgangs mit dem eigenen Körper. Es geht um Themen wie Freundschaft, Sich-Verlieben, Rollenbilder, unterschiedliche Familienformen oder den Respekt vor Schamgrenzen – also um Grundkompetenzen, die unter anderem für eine spätere erfüllte Partnerschaft wichtig sind.“ Eine Sexualerziehung gibt es ja von Geburt an – ob in Form von aktiver Erziehung, Ignoranz, Tabus oder Verboten. Schon Kindergartenkinder sind an Informationen über ihren Körper und die Geburt interessiert und  verstehen die Botschaft: „Mein Körper, gehört mir!“ - wie ein gleichnamiges Aufklärungsbuch von pro familia heißt.

 

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von wissen.de-Autorin Janet Weishart
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