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Ausflugstipp: Tour de Ruhr

KEL

 

Die Fahrradsaison beginnt und damit auch die Zeit der Ausflüge und Touren per Zweirad. Jetzt locken in ganz Deutschland gut ausgebaute Fahrradstrecken und Radwanderwege zum Erkunden der landschaftlichen und kulturellen Vielfalt. Ein besonderes und für viele überraschendes Erlebnis ist die Tour de Ruhr – eine Fahrradtour mitten durch das Ruhrgebiet.

Radfahrerin im Grünen
SXC

Im Rothaargebirge nicht weit von Winterberg entspringt die Ruhr. Über eine Strecke von 220 Kilometern nimmt sie ihren Lauf und mündet schließlich bei Duisburg in den Rhein. Dabei durchfließt sie das nach ihr benannte Ruhrgebiet. Dicht unter der Erdoberfläche ist die Kohle entlang des Flusses gelagert, deren Abbau im späten 18. Jahrhundert begann. Doch keineswegs reihen sich entlang der Ruhr nun "verkohlte" Industriebauten aneinander, wie man erwarten könnte. Vielmehr sind es saftig grüne, fast unversehrte Landschaften, die Radurlauber jedes Jahr an den Flusslauf der Ruhr ziehen.

Radurlauber können das gesamte Gebiet von der Quelle bis zur Mündung auf dem Ruhrtalradweg durchqueren. 230 Kilometer lang verläuft dieser Radweg entlang des Flusstals. "Ruhrsprünglich" - besonders treffend beschreibt dieser Begriff die vorherrschende Atmosphäre auf einer Tour de Ruhr: Von mittelalterlichen Städten, über grüne Auen bis hin zu den Industriedenkmälern im Pott, all dies wirkt auf seine Art ursprünglich und erzählt seine eigene Geschichte.

Mittelalterlich präsentiert sich das Hochsauerland

Von Winterberg startend, geht es zunächst steil bergab nach Olsberg. Über Meschede erreicht man dann Arnsberg. Im Jahr 789 wurde diese Stadt erstmals urkundlich erwähnt. Bis heute hat Arnsberg seinen ganz eigenen mittelalterlichen Charme erhalten. Es lohnt sich, hier die Räder mal stehen zu lassen und die Stadt zu Fuß zu erkunden. Auf schmalen Gassen gerahmt von Fachwerkhäuschen, gelangt man zum Alten Markt mit dem Arnsberger Glockenturm, dem Wahrzeichen der Stadt.

Beschaulich geht die Tour dann auch weiter. In der Gemeinde Ense präsentieren sich kleine Dörfer zwischen Feldern und den Höhen des Arnsberger Waldes. Einen wunderbaren Fernblick haben die Ruhr-Radler hier über das Flusstal und die Stadt Arnsberg. Entlang des Radwegs bieten zahlreiche Hofläden lokale Spezialitäten an. Ein echter Genuss ist dieser Streckenabschnitt, nicht nur für das Auge, sondern auch für den Gaumen.

Die zahlreichen Industriedenkmäler im grünen Revier

Landschaftspark Nord
Ruhr Tourismus / Jochen Schlutius

Je weiter die Radler gen Ruhrgebiet vordringen, desto mehr verändert sich langsam die Landschaft um sie herum. Die Berge des Sauerlandes laufen aus und vermehrt führt der Weg nun durch Auen und Felder. Im Ruhrpott sind die mächtigen Zeitzeugen der Industrialisierung vielfach erhalten geblieben. Doch sie haben sich gewandelt: So wurde einst Trinkwasser durch die Rohre der Rohrmeisterei in Schwerte gepumpt. Heute können Ruhr-Radler dort Konzerte, Ausstellungen und Kleinkunst in gastlicher Atmosphäre genießen.

In Essen erwartet sie dann sogar ein UNESCO Welterbe. Die Zeche Zollverein, der sogenannte "Eifelturm des Ruhrgebiets", liegt zwar nicht direkt an der Ruhr, ist aber allemal einen Abstecher wert, um beispielsweise Püttgeschichten von der Arbeit über wie unter Tage von ehemaligen Kumpeln zu erfahren. Weiter geht es dann zu der höchsten Ausstellungshalle Europas. Von dem Dach des Gasometers in Oberhausen bietet sich schwindelfreien Besuchern aus 117 Metern Höhe ein einmaliger Panoramablick über das gesamte Ruhrgebiet.

Und zwischen all diesen Stationen lassen idyllische Auen und jede Menge Grün schnell vergessen, dass man sich mitten im Revier befindet. In Duisburg schließlich endet die Tour an der Mündung der Ruhr in den Rhein. Auch hier ist der Wandel der Zeit ganz offensichtlich. Bis vor wenigen Jahren noch bestimmten graue Lagerhallen das Bild des Duisburger Innenhafens. Heute verbreiten seine Grachtenpromenaden eine mediterrane Wohlfühlatmosphäre.

Unser Tipp zum Ende der Tour: Eine abendliche Führung auf den Hochofen in Duisburgs Landschaftspark Nord. Stück für Stück holt sich die Natur dort zurück, was ihr einst gehörte und lässt das Werk alt und gebrechlich wirken. Doch nach Sonnenuntergang, wenn die ehemalige Eisenhütte in einer aufwendigen Lichtinstallation in den verschiedensten Farben erglüht, lässt sich die damalige Kraft und Stärke der Hütte noch heute erahnen.

Doch bevor es losgehen kann sollten sie ihr Rad nach der Winterpause erst einmal gründlich durchchecken.

Weitere Anregungen für die Planung ihrer Tour de Ruhr finden sie unter http://www.ruhrtalradweg.de/.

(02.04.2014)

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