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Berlinale 2016: Auf der Suche nach dem Glück

Der rote Teppich ist ausgerollt – es kann losgehen. Vom 11. bis 21. Februar laufen in Berlin wieder die Internationalen Filmfestspiele. 18 Filme wetteifern um die goldenen und silbernen Bären, die Jury wird von US-Star Meryl Streep angeführt und auch sonst fehlt es nicht an schauspielerischer Prominenz.

Bär steigt aus U-Bahn-Waggon
Die Berlinale – die internationalen Filmfestspiele Berlin finden vom 22.-21. Februar 2016 statt.
Die Internationalen Filmfestspiele Berlin gehören neben den Festivals von Cannes und Venedig zu den Top Drei der großen Filmfestspiele. Sie gilt unter diesen als das Festival, das am stärksten politische und gesellschaftliche Strömungen widerspiegelt. So auch in diesem Jahr. Denn die Berlinale 1015 steht unter dem Motto: "Die Suche nach dem Glück oder das Recht auf Glück". Und

Immerhin rund 400 Filme werden in den verschiedenen Kategorien der Berlinale gezeigt, 18 davon laufen im offiziellen Wettbewerb um den goldenen und die silbernen Bären. Als Eröffnungsfilm läuft die Krimi-Musical-Komödie "Hail Cesar" von den Brüdern Joel und Ethan Coen. Es geht um einen verschwundenen Filmstar im Hollywood der 1950er Jahre – da sind nette Bilder, viele Lacher und amüsante Unterhaltung garantiert. Praktischerweise sorgt der Film auch gleich für prominente Besetzung auf dem Roten Teppich, denn Darsteller Josh Brolin, George Clooney und Tilda Swinton werden zur Eröffnung dabei sein.

Der Wettbewerb: Glück, Flucht und Umbrüche

Etwas ernster geht es in den meisten Wettbewerbsfilmen zu. In dem einzigen deutschen Beitrag "24 Wochen" geht es um ein Paar, das ein Kind mit Down-Syndrom und Herzfehler erwartet. "Auch dabei geht es um das Recht auf Glück", so Koslick. Der Beitrag "Alone in Berlin" mit Emma Thompson und Daniel Brühl schildert den Widerstand eines Arbeiter-Ehepaares in der Nazizeit, in "Genius" mit Colin Firth verursacht die Beziehung eines Verlegers mit seinem Autor im New York der 1920er Jahre Konflikte.

Gleich mehrere der Wettbewerbsfilme thematisieren in diesem Jahr das Thema Flucht und Vertreibung. In "Soy Nero" versucht ein junger Mexikaner US-Staatsbürger zu werden und landet beim Militär, der Dokumentarfilm "Fuocoammare" schildert die Zustände auf der von Flüchtlingen überschwemmten Mittelmeerinsel Lampedusa.

Außer Konkurrenz laufen unter anderem die Weltpremiere von "Das Tagebuch der Anne Frank" von Regisseur Hand Steinbichler, außerdem "Chi-Raq" von US-Regisseur Spike Lee über Waffengewalt in den USA mit Wesley Snipes und Jennifer Hudson und die Komödie "Saint Amour" mit Gérard Depardieu. In der Sektion Panorama zeigt die Berlinale den Film "Grüße aus Fukushima" von der deutschen Filmemacherin Doris Dörrie.

Die Jury: Meryl Streep als Vorsitzende

Die Präsidentin der diesjährigen Jury der Berlinale ist die US-Schauspielerin Meryl Streep. Bekannt aus so unterschiedlichen Produktionen wie der Serie "Holocaust", der Komödie "Der Teufel trägt Prada" und anspruchsvollen Filmen wie "The Hours" oder "Sophies Entscheidung", gilt sie als eine der talentiertesten und vielseitigsten Schauspielerinnen weltweit. Streep gewann schon dreimal den Oscar und wurde 19 Mal für den begehrten Preis nominiert.

Ebenfalls zur Jury gehört der deutsche Bühnen-, Kino- und Fernseh-Schauspieler Lars Eidinger, der britische Filmkritiker Nick James, die Fotografin Brigitte Lacombe aus Frankreich), der britische Schauspieler Clive Owen, der unter andrem im Politthriller " The International" mitspielt, sowie die italienische Schauspielerin Alba Rohrwacher und die polnische Regisseurin Małgorzata Szumowska.

Gedenken an David Bowie, Alan Rickman und Ettore Scola

Mit drei Sondervorführungen erinnert die Berlinale zudem an drei kürzlich verstorbene Künstler. Im Gedenken an die britische Musiklegende David Bowie zeigen die Veranstalter den Film "Der Mann, der vom Himmel fiel", von Nicolas Roeg. „David Bowie war ein großartiger Musiker, ein avantgardistischer Künstler, der in vielen Disziplinen seine Kreativität ausdrückte“, sagt Berlinale-Direktor Dieter Kosslick.

Der Charakterdarsteller Alan Rickman spielte unter anderem in Filmen wie "Stirb langsam", Harry Potter" oder Robin Hood – König der Diebe" mit. „Seine Wandlungsfähigkeit, seine Kunstfertigkeit bei der Darstellung ambivalenter Charaktere und seine markante Stimme machten Alan Rickman zu einem großartigen Schauspieler“, kommentiert Koslick. Auf der Berlinale ist der Film "Sinn und Sinnlichkeit" zu sehen, in dem der Schauspieler die Figur des Colonel Brandon spielt.

Ettore Scola gehörte zu den großen Regisseuren Italiens, sein Werk umfasst über 40 Filme und zahlreiche Auszeichnungen. Sophia Loren, Marcello Mastroianni, Nino Manfredi und Jean-Louis Trintignant sind nur einige Namen großer Schauspiellegenden, die unter seiner Regie standen. Zur Erinnerung an diesen Regisseur zeigt die Berlinale Scolas Film "Der Ball".

NPO, 12.02.2016
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