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Durham Castle

Touristen, Studenten und Geister teilen sich eine Burg

Wenn nachts der Wind um die alten, drei Meter dicken Mauern von Durham Castle streicht und lange, weiße Nebelschwaden über dem River Wear hängen, scheint die Zeit hier oben stillzustehen. Bei einer nächtlichen Tasse Tee am Fenster lauscht man dem Sturm, der hier drinnen, im warmen Studentenzimmer im sechsten Stock des Burgturms, als leises Pfeifen ankommt.

Studentenzimmer? Ja! Durham Castle, die im Jahr 1072 von William dem Eroberer auf der Anhöhe Green Palace in Nordostengland erbaute Burg, ist nicht nur eine Attraktion für Touristen und Weltkulturerbe der UNESCO, sondern auch ein Wohnheim für Studenten - zumindest während des Semesters. Studenten sind es auch, die in dieser Zeit die staunenden Touristen durch die Burg führen, vorbei an Ritterrüstungen, streng aus schweren Rahmen blickenden Univätern in Öl, mittelalterlichem Fachwerk und 70er Jahre-Möbeln. Übernachten kann man hier ab Beginn der Semesterferien. Dann räumen die Studenten ihre Zimmer bis auf den letzten Bleistift und machen Platz für Übernachtungsgäste aus aller Herren und Damen Länder.

 

A propos Damen! Auf Durham Castle kann man, wie es sich für eine alte englische Burg gehört, seinen Sinnen nicht immer hundertprozentig trauen: Wenn beim mitternächtlichen Tee, kaum kehrt der Blick vom nebeligen Tal wieder zurück aufs Tablett, die Teetasse auf einmal nur halb voll erscheint, obwohl man sich doch gerade eben erst neu eingeschenkt hat, dann hat vielleicht die Grey Lady ihre Finger im Spiel. Die Gattin eines früheren Prince Bishops, einer Art geistlichen Fürsten, fiel von einer der Burgtreppen in den Tod und soll seither keine Ruhe mehr finden. Nachts wandelt sie auf der schwarzen Todestreppe und spukt oft noch beim Frühstück im Bewusstsein der Gäste herum.

 

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von Ariane Greiner, wissen.de
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