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Geld wird teurer

Die Europäische Zentralbank (EZB) erhöht ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf 2,75 Prozent. Grund ist der Kampf gegen die steigende Inflation in der Eurozone. Die Erhöhung ist bereits die dritte innerhalb eines halben Jahres.

Der Zinsschritt wird zu einer Verteuerung von Krediten für Unternehmen, Immobilienkäufern und den Staat führen. Denn der Leitzins ist der Satz, zu dem Banken im Euroraum Geld von der EZB leihen. Für Spareinlagen dürfte es dagegen bald mehr Rendite geben.

Der Ölpreis und das Wachstum

Mit 0,25 Prozent fällt die Zinserhöhung  weniger stark aus, als die Mehrheit der Ökonomen befürchtet hatte. Die Analysten rechneten zuletzt mit einem Anstieg um 50 Basispunkte auf insgesamt 3 Prozent. Obwohl das Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts im Euro-Währungsgebiet im ersten Quartal des Jahres bei  0,6 Prozent – und damit doppelt so hoch wie im letzten Quartal von 2005 – lag, hatte der hohe Ölpreis in den letzten Wochen zu einer allgemeinen  Preissteigerung geführt. Die Inflationsrate lag im Mai bei geschätzten 2,5 Prozent, gegenüber 2,4 Prozent im April und 2,2 Prozent im März. Damit liegt sie derzeit deutlich höher als die von der EZB angestrebte  Marke von unter 2 Prozent. Das Gegensteuern der EZB zielt wie immer darauf, die Preise stabil zu halten und das Wirtschaftswachstum zu unterstützen. Politiker und Volkswirte hatten sich gegen eine Erhöhung der Leistzinsen ausgesprochen, weil sie Investitionen für Unternehmen verteuerten und dadurch die Konjunktur bremsten. Viele Experten rechnen damit, dass der Leitzins bis Jahresende auf 3,25 Prozent klettert. 

 

Weitere Informationen zur EZB unter: http://www.bundesbank.de/ezb/ezb.php 

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von Michael Fischer, wissen.de
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