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Interview mit Henning Mankell: “Wir leben in einer schrecklichen Welt“

wissen.de:
Ihre Bücher sind melancholisch und von einer abgrundtiefen Traurigkeit. Wie Sie wissen, wird daraus oft der Seelenzustand des Autors abgeleitet. Wer sind Sie wirklich, Herr Mankell?

Henning Mankell:
Ich halte mich nicht für melancholisch und glaube auch nicht, dass ich Wallander oder einer anderen meiner Figuren ähnele. Auch meine Romane oder Theaterstücke betrachte ich nicht als traurig oder melancholisch. Man kann mich wohl am ehesten als Realisten bezeichnen, aber das ist etwas ganz anderes. (Meine Frau meint übrigens, dass ich der lustigste Mensch sei, dem sie je begegnet ist und ich bin überzeugt davon, dass Humor ein wichtiger Teil meiner Persönlichkeit ist.)

wissen.de:
Wie gelingt es Ihnen als Künstler alltäglich Ihr Gleichgewicht aus Fantasie und Wirklichkeit zurückzuerobern, das man als Kind besessen hat - was Sie ja als Voraussetzung für Kreativität und Aussagekraft benennen?

Henning Mankell:
Ich glaube, das ist eine Frage des Erinnerns in seiner reinsten Form. Man darf nie vergessen, welche Gedanken und Gefühle man in jungen Jahren hatte. Und vor allem muss man sich an das uneingeschränkte Vertrauen in die Welt der Fantasie erinnern, das man als Kind hatte. Leider spielt so etwas wie "emotionale Erziehung" heute kaum mehr eine Rolle im europäischen Schulsystem, dabei brauchen Kinder diese, um zu starken und selbstbewussten Persönlichkeiten heranreifen zu können.

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