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Jenseits von Klischees

Gleichheit war lange Jahre die zentrale Forderung der Frauenbewegung. Heute allerdings ist der "kleine Unterschied" in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Männer und Frauen - ein ebenso spannendes wie spannungsreiches Thema...

Monika Wittmann

Großer kleiner Unterschied

"Gene oder Gesellschaft?" ist eine Gretchenfrage in der Geschlechterdebatte. Feministinnen vertraten lange Zeit die These, dass Männer und Frauen - abgesehen von ihren körperlichen Merkmalen natürlich - im Grunde identische Anlagen haben. "Man wird nicht als Frau geboren, man wird zur Frau gemacht", brachte es die französische Frauenrechtlerin Simone de Beauvoir 1949 auf den Punkt.

Doch in den letzten Jahren hat sich die Debatte radikal gewandelt. Heute fragen wir, wie sich Männer und Frauen voneinander unterscheiden. Für Gesprächsstoff sorgen Sachbücher, die geschlechtstypisches Verhalten psychologisch deuten. Titel wie "Männer kommen vom Mars, Frauen von der Venus" (John Gray) oder "Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlechter einparken" (Allan und Barbara Pease) stehen an der Spitze der Bestsellerlisten. Auch in anderen Medien stößt man regelmäßig auf Berichte, die erklären, wie das jeweils andere Geschlecht denkt, fühlt oder handelt. Auch sie zeigen, wie sehr der große "kleine Unterschied" den Nerv der Zeit trifft.

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