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Kurz und lang: Leben unter Extrembedingungen

„Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an“, heißt es in einem bekannten Schlager aus dem Jahr 1978. Für manche Vertreter aus dem Tierreich ist das Leben zu diesem Zeitpunkt leider schon mehr als 65 Jahre vorbei - ohne eines unnatürlichen Todes gestorben zu sein. Für andere fängt es tatsächlich gerade so richtig an.

Eine nur flüchtige Existenz

Sie leben nicht nur kurz, sie haben auch einen falschen Namen: die Eintagsfliegen. Denn trotz ihres Namens gehören die Eintagsfliegen nicht zu den Fliegen, sondern bilden die selbständige Insektenordnung Ephemoptera, zu der in Mitteleuropa etwa 80 Arten gehören. Der Ordnungsname kommt von griechisch „ephemeros“, was soviel wie „nur einen Tag lebend“ heißt. Als geschlechtsreifes Flugwesen ist der Eintagsfliege nur eine sehr flüchtige Existenz vergönnt - je nach Art nur wenige Stunden oder zwei bis drei Tage. Lediglich die Weibchen der erwachsenen Eintagsfliegen leben unter Umständen zwei bis drei Wochen.

Wer nichts frisst, der nichts ist

Eintagsfliegen leben wahrhaftig unter Extrembedingungen. Ihre Mundwerkzeuge sind verkümmert und der Darm ist funktionslos. Daher kann das Insekt keine Nahrung aufnehmen. Es ist von Anfang an zum Hungertod verdammt. Es nutzt die kurze Lebenszeit für den Hochzeitsflug, die Paarung und die Eiablage. Die später schlüpfende Larve der Eintagsfliege macht hingegen eine ein- bis vierjährige Entwicklungszeit im Wasser durch.

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Dr. Alexander Stahr
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