Lexikon

Magen

Ventriculus; Gaster; Stomachus
als muskulöses Hohlorgan ausgebildeter Teil des Verdauungstrakts zwischen Speiseröhre und Darm zur Speicherung und zum Abbau von Nahrung (Verdauungssysteme). Bei den Säugetieren unterscheidet man verschiedene Abschnitte: Mageneingang (Kardia), Magengewölbe (Fundus), Magenkörper (Korpus), Vorraum des Pförtners (Antrum) und Magenpförtner (Pylorus). Bei Fleischfressern und auch beim Menschen bilden alle Abschnitte eine einheitliche Magenhöhle.
Verdauungsorgane von Wiederkäuern
Verdauungsorgane von Wiederkäuern
Die Wiederkäuer, z. B. Schafe und Kamele, haben einen mehrteiligen Magen. Die Nahrung gelangt zunächst in den Pansen, dann in den Netzmagen, wo sie mit Hilfe von Bakterien zu einem Brei aufgeschlossen wird. Dieser wird hochgewürgt und wiedergekäut. Dann kommt der Nahrungsbrei in den Blättermagen und anschließend in dan Labmagen, wo die Nährstoffe absorbiert werden. Das Kamel hat ca. 800 Wasserspeicherzellen in der Wand des Pansens.
Bei den pflanzenfressenden Wiederkäuern ist der Magen vierfach unterteilt (Pansen, Netzmagen, Blättermagen, Labmagen) und in komplizierter Weise als Gärkammer für den Aufschluss der Cellulose eingerichtet.

Magen des Menschen

Der Magen des Menschen liegt unterhalb des Zwerchfells im linken Oberbauch. Er fasst etwa 2,5 Liter Speisemenge. Die Nahrung gelangt aus der Speiseröhre durch den Magenmund in den Magen. Die Magenmuskeln, die aus mehreren Schichten von längs, quer und schräg verlaufender glatter Muskulatur bestehen, sorgen für die Durchmischung des Speisebreis und seine Vorwärtsbewegung auf den Magenausgang zu (Peristaltik.) Den Übergang zum Darm bildet ein ringförmiger Muskel, der Magenpförtner. Innen ist der Magen von der Magenschleimhaut ausgekleidet, deren Drüsen den wässrigen, sauren Magensaft produzieren. Er besteht aus Salzsäure, dem Verdauungsenzym Pepsin und dessen Vorstufe Pepsinogen sowie aus alkalischem Schleim. Letzterer dient dem Schutz der Magenwand vor dem Angriff der Salzsäure. Ebenfalls als Schutz vor Selbstverdauung wird die inaktive Vorsufe Pepsinogen gebildet und erst durch die Salzsäure im Schutz des Speisebreis zu verdauungswirksamem Pepsin aktiviert. Das außerdem produzierte Hormon Gastrin regt die Sekretion der Salzsäure an. Die Nahrung wird im Magen nur vorverdaut und gelangt als halbflüssiger Brei (Chymus) in den Dünndarm, wo die Hauptverdauung und die Resorption der Nahrungsbestandteile erfolgt.

Magenerkrankungen

Der Magen ist mannigfachen Reizen und bakeriellen Infektionen ausgesetzt, die zu Magenschleimhautentzündungen und Magenverstimmung (Dyspepsie) führen können. Geschwüre (Ulcus) in Magen (Magengeschwür) und Zwölffingerdarm sind häufig. Sie werden meist durch eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori verursacht. Diese gilt auch als Risikofaktor für die Entstehung von Magenkrebs. Am Magenpförtner führen Geschwüre und Geschwülste zur Verengung oder Verkrampfung (Pylorospasmus) des Magenausgangs und haben eine Magenerweiterung zur Folge. Weitere Störungen in der Funktion des Magens, sowohl der Bewegung als auch der Magensaftbildung, können vor allem durch Störungen im vegetativen Nervensystem bedingt sein.
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