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LEXIKON

Anatomie

Wissenschaft vom Bau der Organismen, die sich mit der Struktur des Körpers, seiner Organe, Gewebe und Zellen und ihrem Zusammenspiel befasst, wobei man die Anatomie der Pflanzen und die Anatomie der Tiere unterscheidet, welch letztere wiederum die Anatomie des Menschen umfasst. Die makroskopische Anatomie untersucht die Organe, während die mikroskopische Anatomie mit Hilfe von Licht- und Elektronenmikroskop deren Feinstrukturen erforscht. Die topographische Anatomie beschäftigt sich wiederum mit der Lage der Organe zueinander. Über die rein beschreibende Anatomie hinaus versucht die vergleichende Anatomie Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Bau von Organismengruppen zu erkennen und so Verwandtschaftsverhältnisse zwischen den Lebewesen aufzudecken. Während sich die „normale“ Anatomie mit den Strukturen des gesunden Körpers befasst, untersucht die pathologische Anatomie krankhafte Veränderungen von Körperteilen und Organen. Die Anatomie des Menschen bildet eine der Grundlagen der Medizin.
Auge: Sagittalschnitt
Auge: Sagittalschnitt
Sagittalschnitt durch das menschliche Auge in der Augenhöhle
Blutkreislauf des Menschen
menschlicher Blutkreislauf
Jede Kontraktion des Herzens pumpt Blut in zwei verschiedenen Kreisläufen durch den Körper. Die linke Herzseite pumpt sauerstoffreiches Blut (rot) durch die Arterien zu den Organen und Geweben, die Sauerstoff verbrauchen. Sauerstoffarmes Blut (blau) fließt durch die Venen in die rechte Herzseite, von wo es in die Lunge gepumpt wird, um erneut Sauerstoff aufzunehmen.
Fuß: Muskeln und Sehnen
Fuß: Muskeln und Sehnen
Galle: Aufbau und Arbeitsweise
Galle: Aufbau und Arbeitsweise
Die Gallenflüssigkeit wird über die Gallengänge (Gallenblasengang und Leber-Gallen-Gang) aus der Gallenblase in den Darm geleitet.
Gehirn: Großhirn des Menschen
Gehirn: Großhirn des Menschen
Großhirn des Menschen in der Aufsicht mit den verschiedenen Feldern und ihren Funktionen
Beckenorgane: Frau
Beckenrogane der Frau
Der Schnitt durch den Beckenraum zeigt die weiblichen Geschlechtsorgane.
Beckenorgane: Mann
männlichen Beckenorgane
Seitenansicht der inneren und äußeren männlichen Geschlechtsorgane
Herz: Aufbau (Schema)
Herz: Aufbau
Verbrauchtes Blut fließt über die Hohlvenen (A) in den rechten Vorhof (B), von dem aus es durch die Trikuspidalklappe (C) in die rechte Kammer (D) gestoßen wird. Von dort wird es durch die Pulmonalklappe (E) in die Lungenarterien (F) und in die Lunge gepresst. Angereichert mit Sauerstoff, fließt das Blut über die Lungenvenen (G) in den linken Vorhof (H) und gelangt durch die Mitralklappe (I) in die linke Kammer (J). Diese pumpt das Blut durch die Aortenklappe (K) in den Aortenbogen (L) und in die Aorta (M), die es an die Körperschlagadern weiterleitet.
Leber: Aufbau und Arbeitsweise
Leber: Aufbau und Arbeitsweise
Im Pfortaderkreislauf gelangen die im Blut resorbierten Nährstoffe aus Magen und Darm durch die Pfortader (A) in die Leber. Über die Leberarterie (B) wird sauerstoffreiches Blut zugeführt. Die Endprodukte des Leberstoffwechsels werden durch die Lebervene (C) abtransportiert. Die Galle wird in der Leber produziert und in der Gallenblase gespeichert. Von dort gelangt sie durch den Gallengang (D) in den Zwölffingerdarm.
Lunge: Aufbau und Arbeitsweise
Lunge: Aufbau und Arbeitsweise
Die Lungen bestehen aus schwammigem Gewebe, das von zahllosen verästelten Venen, Arterien und Bronchiolen durchzogen ist. Beide Lungenflügel werden durch einen doppelwandigen Hautsack, das Brustfell, geschützt, der ein widerstandsfreies Gleiten der Lungen im Brustkorb ermöglicht.
Lunge: Lungenbläschen
Lunge: Lungenbläschen
Die Lungenbläschen am Ende der feinen Bronchiolen sind eng von Luftkapillaren umschlossen, mit denen der Gasaustausch stattfindet.
Muskel: Oberarm
Muskel: Oberarm
Muskeln können sich nur aktiv verkürzen oder passiv erschlaffen, d. h., sie ziehen sich zusammen oder dehnen sich. Eine Stoßbewegung ist nicht möglich. Aus diesem Grunde sind an allen Gelenken mindestens zwei als Gegenspieler wirkende Muskeln erforderlich. Im Oberarm bewirkt der Bizeps die Bewegung des Unterarms und heißt entsprechend „Beugerö. Der Trizeps, sein Gegenspieler, streckt den Unterarm und wird daher als „Streckerö bezeichnet.
Nieren und Nebennieren
Nieren und Nebennieren
Die Nieren mit ihren kapuzenartig aufsitzenden Nebennieren (von vorn)
Skelett: Schädel, Brust, Becken
Skelett: Schädel, Brust, Becken
Skelett: Seiten- und Frontansicht
Skelett: Seiten- und Frontansicht
Verdauungssystem des Menschen
Verdauungssystem des Menschen

Geschichte

Die Schriften des Aristoteles und des C. Galenus blieben über ein Jahrtausend bestimmend. Erst 1543 begründete A. Vesalius durch Beschreibung des menschlichen Körpers die moderne Anatomie.
Mit der Erfindung des Mikroskops im 16. Jahrhundert wurde der Forschung eine neue Dimension eröffnet. Das 18. Jahrhundert brachte eine Weiterarbeit auf allen Gebieten der Anatomie. Die vergleichende Anatomie wurde von G. Cuvier zur Meisterschaft entwickelt. Durch die Entwicklung des modernen Elektronenmikroskops konnte man im 20. Jahrhundert noch tiefer in die Feinstrukturen von Zellen und Geweben eindringen.
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