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LEXIKON

Atlantischer Ozean

Meer: Meere und Meeresteile
Meere und Meeresteile
NameFläche (in Mio. km2 )
Atlantischer Ozean106,20
Nordsee0,58
Ostsee0,42
Mittelländisches Meer2,56
Schwarzes Meer0,41
Hudsonbai1,23
Baffinbai0,69
St.-Lorenz-Golf0,24
Amerikanisches Mittelmeer4,31
Indischer Ozean75,80
Rotes Meer0,44
Persischer Golf0,24
Arabisches Meer3,86
Andamanensee0,80
Golf von Bengalen2,17
Pazifischer Ozean178,77
Beringmeer2,27
Ochotskisches Meer1,53
Japanisches Meer1,01
Ostchinesisches Meer1,25
Südchinesisches Meer3,64
Golf von Kalifornien0,16
Australasiatisches Mittelmeer8,61
Nordpolarmeer14,06
kurz Atlantik, das zweitgrößte Weltmeer, zwischen Europa/Afrika und Amerika, mit einer Gesamtfläche von 106,2 Mio. km2, einschließlich der Nebenmeere, die besonders im Bereich des nördlichen Atlantik zahlreich sind. Auf der amerikanischen Seite liegen von Süden nach Norden: das Amerikanische Mittelmeer, die Labradorsee, Hudson- und Baffinbai; auf europäisch-afrikanischer Seite liegen von Norden nach Süden: Barentssee, Europäisches Nordmeer, Nord- und Ostsee, Irische See, Europäisches Mittelmeer, Schwarzes Meer. Die Grenze zum Südatlantischen Ozean deckt sich mit dem Äquator; das einzige südatlantische Nebenmeer ist die Südantillensee. Das Nordpolarmeer gilt bisweilen auch als eigener Ozean. Das untermeerische Relief wird durch den Nord- und Südatlantischen Rücken geprägt, der den Ozean von Island bis zur Bouvetinsel zu gleichen Teilen in eine West- und eine Ostatlantische Mulde trennt, die jeweils aus einer lang gestreckten Kette von Einzelbecken bestehen. Die größten Tiefen liegen in den beiden wichtigsten Gräben: Milwaukeetiefe im Puerto-Rico-Graben 9219 m, Meteortiefe im Südsandwichgraben 8264  m. Dem steht eine große Anzahl von Inseln gegenüber.
Im Gegensatz zu den beiden anderen Ozeanen sind die Meeresströme des Atlantik nicht in deutlich voneinander getrennte Kreisläufe gegliedert. Zwar bildet sich mit dem Benguelastrom vor der südwestafrikanischen Küste, dem Brasilstrom vor der südamerikanischen Küste und der Westwinddrift im Süden ein Kreislauf aus, jedoch wird die Hauptmasse des Südäquatorialstroms durch die besondere Form Südamerikas in den nördlichen Atlantik abgedrängt, wo er zusammen mit dem Nordäquatorialstrom als Karibischer Strom in die westindischen Gewässer eindringt und Quellströmung für den Golfstrom wird, der die Strömungsverhältnisse im nördlichen Atlantik mit seinem Warmwasser beherrscht. Ein Teil biegt vor Erreichen der Neufundlandbank nach Süden ab und verbleibt als Golfstromrezirkulation im westlichen Atlantik. Ein Zweig biegt im Bereich der Azoren nach Süden um und geht in den Kanarenstrom über, ein weiterer Teil fließt als Atlantischer Strom in die west- und nordeuropäischen Gewässer. Der Atlantik hat im Norden im Ostgrönland- und Labradorstrom, im Süden in der Südpolardrift teil am polaren Zirkulationssystem. Von den genannten Strömen sind Südäquatorialstrom, Karibische Strömung und Golfstrom sehr beständig mit Jahresdurchschnittswerten bis zu 75 % Strömungskonstanz und Geschwindigkeiten von rund 2 km/h, die beim Golfstrom Werte bis zu 10 km/h annehmen können. Klimatisch zeichnet sich der Atlantik durch die Eisfreiheit seiner Ostseite bis weit nördlich des Polarkreises aus. Hier wirkt der Nordatlantische Strom als Wärmequelle für Europa.
Der Atlantik ist der verkehrsmäßig wichtigste der drei Ozeane. Das Wirtschaftspotenzial Amerikas und Europas bedingt einen starken Schiffsverkehr. Wirtschaftlich wertvoll sind seine reichen Fischgründe. Verkehrsgefährdend wirken sich die tropischen Wirbelstürme des westindischen Raums und die mit dem kalten Labradorstrom besonders im Spätwinter weit nach Süden vordringenden Eisberge aus, ebenso der Nebelreichtum in Gebieten wichtiger Schifffahrtslinien (Kanal, Neufundlandbank).
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