Lexikon
Bedeutungswandel
Veränderungen im Sinngehalt oder in den Bedeutungsmöglichkeiten eines Wortes; entsteht dadurch, dass ein Wort auf einen neuen Bedeutungsbereich übertragen wird (Metapher) und dass bei den Sprechenden das Bewusstsein, dass es sich hierbei um eine Übertragung und gar nicht um die „eigentliche“ Bedeutung handelt, verloren geht (im Unterschied zu den bewusst vollzogenen rhetorischen Figuren). Bei einer allmählichen Verschiebung der Bedeutung durch mehrfache Übertragung auf nahe liegende Bereiche spricht man statt von Metapher von Metonymie.
Durch Bedeutungswandel kann sich die Bedeutung eines Wortes z. B. erweitern (Wand [zu winden] bezeichnete ursprünglich nur das „Gewundene“ eines primitiven Flechtwerkbaus, wurde dann metonymisch auf jede neue Bautechnik ausgedehnt) oder verengen (First hieß ursprünglich jeder waagerechte Balken, nicht nur im Dachstuhl), verbessern (Marschall, ursprünglich „Pferdeknecht“) oder verschlechtern (Dirne, ursprünglich „Dienerin“). Der Bedeutungswandel wird ausgelöst durch die allgemeinen kulturgeschichtlichen Veränderungen und spiegelt diese wider. Etymologie.
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