Lexikon
Buddhịsmus
Buddhas Heilslehre
Mit 29 Jahren verließ der indische Fürstensohn Siddhartha seine Heimat, um sich in einem asketischen Leben von der äußeren Welt zu lösen. In den „vier heiligen Wahrheiten“ seiner ersten Lehrrede („Predigt von Benares“) sind die Grundzüge seiner Heilslehre (Dharma) von der Erlösung aus dem Daseinskreislauf (Samsara) formuliert: 1. Alles Dasein ist Leiden, 2. „Daseinsgier“ ist die Ursache des Leidens, 3. Aufhebung des Leidens durch die Beseitigung dieser Gier über 4. den „achtgliedrigen Pfad“ der Selbstzucht.
Es gibt kein dauerhaftes „Selbst“; der Glaube an die Existenz einer unvergänglichen Seele ebenso wie die Vorstellung von der Materie sind Selbsttäuschungen, durch die der Unerlöste im Kreislauf der Existenzen festgehalten wird. Der Kreislauf wird vom Gesetz der Vergeltung guter und böser Taten (Karma), das in der nächsten Existenz die Art und Höhe der Wiederverkörperung regelt, bestimmt. Jeder Mensch, der das zur Erlösung aus dem Samsara führende vollkommene Wissen verwirklicht hat, ist ein Buddha (Sanskrit „Erleuchteter“) und erlangt das Heilsziel, d. h. das Eingehen ins Nirvana (Sanskrit „Verlöschen“, „Verwehen“), den Zustand vollkommener Befreiung, aus dem es keine Rückkehr in die Welt der Erscheinungen gibt. Die Meditation spielt als Glied des Heilsweges zur Erlösung eine bedeutende Rolle. Um die Verwirklichung dieses Heilsweges bemüht sich insbesondere der Orden (Sangha) der Mönche und Nonnen. Für alle Buddhisten gelten fünf ethische Grundregeln (nicht töten, stehlen, lügen, Ehe brechen und keine Rauschmittel). Für die Ordensangehörigen bestehen weitere, noch strengere Sittengebote sowie Essens- und Kleidervorschriften.
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