Lexikon

Buddhịsmus

Leben als Pflicht für den Einzelnen

Der Buddhismus kennt keinen Gott und Weltenschöpfer, sondern verehrt Buddha als Menschen, der sich von allen Wünschen und Begierden losgesagt und Erlösung im unendlichen Nirvana gefunden hat. Seinem Beispiel eifert der Gläubige nach. Das Ende des dauerhaften Leidens wird also nicht durch einen göttlichen Gnadenakt oder einen Erlöser herbeigeführt, sondern allein durch die Anstrengung des Einzelnen. Folglich kennt der Buddhismus auch kein religiöses Oberhaupt, keine kirchliche Organisation und keine Dogmen; sein Ziel ist die volle Entfaltung der einem jeden Lebewesen innewohnenden Möglichkeiten. Der Weg zur Überwindung des Leidens ist an verschiedene, durch Weisheit, Ethik und Meditation zu erreichende Bedingungen geknüpft, den sog. achtfachen Pfad: 1. rechtes Verstehen (der Lehre Buddhas), 2. rechtes, auf Bescheidenheit und Gewaltverzicht gerichtetes Denken; 3. rechtes Reden, 4. rechtes Handeln, 5. rechtes Leben (das keinem Wesen schadet), 6. rechtes Streben (nach einem von störenden Einflüssen frei gehaltenen Geist), 7. rechte Achtsamkeit (auf Gefühle, Gedanken und körperliche Abläufe), 8. rechte (meditative) Versenkung.
  1. Einleitung
  2. Buddhas Heilslehre
  3. Leben als Pflicht für den Einzelnen
  4. Schulen und Riten
  5. Kanonische Schriften
  6. Verbreitung des Buddhismus
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