Lexikon
Buddhịsmus
Schulen und Riten
Rund 400 Jahre nach dem Tod Buddhas spaltete sich die Glaubensgemeinschaft. Die ursprüngliche Hinayana-Lehre, die von ihren Anhängern auch als Theravada-Buddhismus bezeichnet wird (Sanskrit „Kleiner“ bzw. „Alter Weg“), kennt nur einen Buddha und einen Weg zu Erlösung. In Armut und Keuschheit lebende Mönchs- und Nonnenorden sorgen für die geistige Unterweisung und Belehrung der nach Erlösung strebenden Gläubigen. Der sich abspaltende Mahayana-Buddhismus (Sanskrit „Großer Weg“), der sich von der Vermittlung des Heils durch Mönche lösen wollte, lehrt, dass es mehrere Wege und mehrere Helfer auf dem Weg zur Erlösung gibt. Diese Bodhisattvas genannten Helferwesen (Wesen, die auf der Vorstufe zum Buddha stehen) können lebend, aber auch himmlisch sein. Sie verzichten so lange auf das Eingehen in das Nirvana, bis alle Lebewesen aus dem Leidenskreislauf erlöst sind. Nach dieser Schule sind alle Wesen künftige Buddhas.
Neben der buddhistischen Lehre genießen auch Stätten, in denen Buddha gewirkt hatte, und seine Fußabdrücke besondere Verehrung. Überreste seines verbrannten Leichnams wurden zunächst in Grabhügeln aufbewahrt, Stupas genannt. Spätere Stupas, z. T. als Pagoden gebaut, enthielten Reliquien (z. B. Zahnreliquie in Kandy, Sri Lanka) u. a. heilige Gegenstände. Verehrt wird Buddha durch Opfergaben (vor allem Blumen, Kerzen, Weihrauch) und die rituelle Umrundung eines Stupas.
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