Lexikon
chinesische Kunst
Malerei
Die Geschichte der chinesischen Malerei, neben Kalligraphie, Dichtkunst und Musik eine der vier „freien“ Künste, ist so alt wie die des Pinsels. Frühe Szenenbilder finden sich auf Seiden-, Muschel- und Lackmalereien des 4. Jahrhunderts v. Chr. Den ersten nachchristlichen Jahrhunderten entstammen die ältesten überlieferten Künstlernamen von Kalligraphen (Wang Xizhi) und Malern (Gu Kcúzhi), die ältesten Querrollen auf Seide (Makimono) – über deren Originalität noch Zweifel bestehen – sowie die frühesten bekannten Maltheorien (Xie He). Zu den frühen gesicherten Originalen zählen die Landschaftsbilder der Ma-Xia-Schule (Li T’ang, Ma Yuan, Xia Gui) und die Figurenbilder der Chan- (japanisch Zen-) Maler (Muxi, Liang Kai). Die Tradition wurde während der Yuan-Zeit von den Hofmalern (Zhao Mengfu, Qian Xuan) weitergeführt und von der der Schriftkunst verwandten Literatenmalerei noch vertieft (Huang Gongwang, Ni Zan). Für die folgende Ming-Zeit sind aus alten chinesischen Kunstsammlungen Werke von mehr als tausend namentlich bekannten Malern und Kalligraphen erhalten, darunter auch von den in China am höchsten geschätzten Meistern der Song-traditionalistischen Zhejiang und Suzhou- (oder Wu-) Schule (Shen Zhou, Wen Zhengming, Qiu Ying). Im 17. Jahrhundert trat mit den illustrierten, für Kunstsammler und Literatenmaler entstandenen Mallehrbüchern (Zehnbambushalle, Kämpferblätter, Senfkorngarten) und Romanen der mehrfarbige Holzplattendruck hervor. Damals kam die chinesische Malerei auch erstmals in nachhaltige Berührung mit der europäischen Kunst (erste Kupferstiche um 1712). Neben zahllosen anderen Malern, die vor allem das Kopieren alter Meisterwerke pflegten, traten individualistische „Mönchsmaler“ auf (Shi Tao, Ba Ca Shan Ren, Gong Xian), die bis in die Malerei der Neuzeit nachwirken (Ren Bonian, Qi Baishi, Li Keran).
Die Gegenwartsmalerei strebt auf der Grundlage alter maltechnischer Traditionen neue Stilvarianten an. In der Volksrepublik China stehen Malerei und Grafik vielfach im Dienst politischer Propaganda. Seit dem Aufkommen einer Kunstszene jenseits von Politik und Propaganda experimentierten kritische Künstler bereits in den 1980er Jahren auf dem Gebiet der Malerei. Nach der Niederschlagung der Demonstrationen auf dem Platz des Himmlischen Friedens im Juni 1989 gingen viele Künstler der chinesischen Avantgarde ins Exil. Diejenigen, die im Land blieben, zogen sich zurück und begannen erst in den 1990er Jahren wieder mit kritischen Arbeiten. Themen sind Probleme des Alltags, die Auseinandersetzung mit der chinesischen Geschichte und die Gegensätze von Tradition und Moderne.
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