Lexikon
christliche Kunst
die Gesamtheit aller Kunstwerke, die ihrer Entstehung und Bestimmung sowie ihrem Inhalt nach dem christlichen Glauben verbunden sind. Wie das Frühchristentum spätantike Kulte aufnahm, hat auch das erste christliche Kunstschaffen zahlreiche Berührungspunkte mit dem Typen- und Formenschatz der spätantiken Kunst. Für die frühen christlichen Gemeinden war der Kult bildlos und Gott gestaltlos. Aber schon in den Verfolgungsjahren äußerte sich das Bestreben, christliche Glaubensvorstellungen durch Symbolzeichen zu veranschaulichen. Die Möglichkeit, sich in beiden Formen – in erzählender Bilder- und in abstrakter Symbolsprache – auszudrücken, kennzeichnet die christliche Kunst bis heute.
Von der frühchristlichen Basilika bis zur gotischen Kathedrale verbildlicht die Architektur das Himmlische Jerusalem, wobei nicht allein das Gesamtgefüge sinnbildliche Bedeutung trägt, sondern auch einzelne Bau- und Raumteile (Bausymbolik). Im Mittelalter können z. B. die Apsis das Haupt Christi, 3 Portale die Dreifaltigkeit, 12 Säulen die 12 Apostel bedeuten.
Gegen Ende des Mittelalters begann in der abendländischen Kunst die Eroberung der sichtbaren Wirklichkeit, damit aber auch die Profanisierung göttlicher und heiliger Gestalten, die nunmehr als Menschen in privater, intimer Sphäre gezeigt werden oder als Vorwand dienen, um perspektivische und anatomische Darstellungsprobleme zu lösen, besonders in der italienischen Renaissance.
Romantik und Historizismus des 18. und 19. Jahrhunderts erschöpften den Gehalt der christlichen Kunst und führten zu lebloser Stilisierung. In der Malerei des 19. Jahrhunderts versuchten die Symbolisten, die christliche Kunst durch Wiederaufnahme alter und Schaffung neuer Zeichen glaubwürdig zu beleben. Im 20. Jahrhundert hat dank moderner Baumethoden auch der Kirchenbau Aufschwung genommen und mit zeltartiger oder frei aufgehängt-schwebender Gestaltung wieder transzendenten Bezug erstrebt, häufig entsprechend unterstützt durch farbige Mosaikarbeiten und Glasmalereien.
Kunstgeschichtlich wird die christliche Kunst nach allgemeinen Stilepochen gegliedert; der Wandel ihrer Sinn- und Darstellungsformen wird u. a. sichtbar im Christusbild. Der Erforschung und Pflege der christlichen Kunst widmen sich in den abendländischen Ländern zahlreiche Institutionen, in Deutschland u. a. die 1893 gegründete „Deutsche Gesellschaft für christliche Kunst.“
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