Lexikon
englische Kunst
Architektur
Im 11. Jahrhundert begannen sich spezifisch englische Formen auszubilden, die der englischen Kirchenbaukunst über alle Stile und Jahrhunderte hinweg ihr eigenes, mit der Baukunst auf dem Kontinent wenig vergleichbares Gepräge gaben: die ungewöhnliche Längenausdehnung im Grundriss, die breiten Proportionen des Aufrisses, die Vorliebe für die lange, gleichförmige Reihung eines Gliederungsmotivs sowie die Verwendung architektonischer Formen in dekorativem Sinne. Die anglonormannische Periode (Canterbury, Durham, Rochester, Lincoln, Gloucester, Worcester, Ely, Peterborough, Norwich, St. Albans) bildete nach diesen Prinzipien den für das englische Mittelalter verbindlichen Kathedraltyp aus.
Mit dem 1175 begonnenen Umbau des Chors der Kathedrale von Canterbury durch Wilhelm von Sens vollzog sich unter dem Einfluss der Baukunst in der Île de France der Übergang zur Gotik. Den Höhepunkt dieser Periode bildet die Kathedrale von Salisbury. Andere Beispiele sind die Kathedralen von Wells und Beverley, die Chöre von Lincoln und Worchester, die Fassade von Peterborough sowie das Kapitelhaus von Salisbury. Die englische Spätgotik, der sog. Perpendicular Style (1350–1530), brachte besonders im Kapellenbau (Chorumbau in Gloucester, Schlosskapelle in Windsor u. a.) neben strenger, senkrechter Gliederung der Wand das Fächergewölbe.
Im Tudorstil (1500–1600, besonders Schlossbau) vermischten sich Formen der Spätgotik und der italienischen Renaissance, bis mit I. Jones (Schloss Whitehall) zu Anfang des 17. Jahrhunderts im Anschluss an A. Palladio eine barock-klassizistische Entwicklung einsetzte, die sich, weitergeführt von W. Kent und C. Wren (u. a. St. Paul’s Cathedral in London), den kontinentalen Baugedanken des Barocks weitgehend verschloss und den Klassizismus allgemein verbreitete. Das 19. Jahrhundert war zunächst beherrscht von der Tudorgotik (C. Barry und A. W. N. Pugin: Londoner Parlamentsgebäude; G. G. Scott: zahlreiche neugotische Kirchen). Losgelöst von diesen historisierenden Tendenzen, setzte sich gleichzeitig ein neues Stilgefühl durch; es betraf die einheitliche Ausstattung von Innenräumen und Ingenieurarchitektur aus Eisen, Eisenbeton und Glas seit dem Ende des 18. Jahrhunderts (berühmt vor allem der „Kristallpalast“ der Londoner Weltausstellung 1851 von J. Paxton). Als Kunstschriftsteller und Sozialreformer hatte J. Ruskin großen Einfluss; er förderte besonders die Erneuerung des Kunsthandwerks, die Anlage von Gartenstädten und die Gründung von Arbeiteruniversitäten.
Die Wende zum 20. Jahrhundert brachte besonders im Wohnhausbau mit einer neoklassizistischen Haltung den sog. Modern Style (Jugendstil).
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