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LEXIKON

Evolutin

Themenwissen Tiere
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Entwicklung des Lebens
allgemein langsam fortschreitende Entwicklung; im Besonderen die allmähliche Entwicklung der Lebewesen im Lauf der Erdgeschichte, wobei aus einfachsten Lebensformen durch Abwandlung alle Lebewesen in ihrer Komplexität und der Mannigfaltigkeit ihrer Ausprägungsformen (Artenvielfalt) entstanden sind. Alle Lebewesen gehen also auf einen gemeinsamen Ursprung zurück und sind folglich enger oder entfernter miteinander verwandt. Diese wissenschaftliche Erkenntnis wird durch zahllose Indizien belegt. Beweise für die E. liefern u. a. Funde ausgestorbener Lebewesen (Fossilien), Gemeinsamkeiten im Bauplan der Organismen, die Auffindung rudimentärer und homologer Organe, in der Embryonalentwicklung das Durchlaufen von Entwicklungsstufen, die denen primitiverer Arten ähneln, die allen Lebewesen gemeinsame Erbsubstanz sowie der universelle genetische Code.

Mechanismen der Evolution

Die wichtigsten Mechanismen der Evolution sind Mutation, Selektion und Isolation. Durch Mutationen, zufällige genetische Veränderungen, entstehen in einer Population Nachkommen, die sich in ihren Erbanlagen unterscheiden (genetische Variabilität). Da stets ein Überschuss an Nachkommen produziert wird, konkurrieren sie miteinander um die begrenzten Ressourcen ihres Lebensraums. Hier setzt die natürliche Auslese, die Selektion, an: Die besser an ihre Umgebung angepassten Individuen haben die größeren Chancen im Kampf ums Dasein und bekommen eher die Möglichkeit, sich fortzupflanzen und ihre Gene an die Nachkommen weiterzugeben. Auf diese Weise verändern sich Populationen mit der Zeit. Als artbildender Faktor kommt die Isolation hinzu. Werden Populationen voneinander getrennt, so dass ein Genaustausch nicht mehr möglich ist, etwa durch geographische Barrieren oder auch durch Veränderungen in ihrem Fortpflanzungsverhalten, entwickeln sie sich unabhängig voneinander und zeigen nach einigen Generationen deutliche Unterschiede: Die ursprüngliche Art hat sich in zwei (oder mehr) neue Arten aufgespalten.

Schöpfungsmythen contra Naturwissenschaft

In den Schöpfungsmythen vieler Völker entstehen die verschiedenen Arten durch den Schöpfungsakt eines göttlichen Wesens und. bleiben für alle Zeiten unverändert. Die Erschaffung der Welt, wie die Bibel sie lehrt, bestimmte bis weit ins 19. Jahrhundert hinein die Vorstellungen der westlichen Gesellschaften. Erst J. B. de Lamarck formulierte 1809 eine systematische Theorie, die auf dem Evolutionsgedanken basierte. Danach sollte allen Lebewesen ein Trieb zur Vervollkommnung innewohnen. Der stärkere bzw. schwächere Gebrauch bestimmter Körperteile sollte zu vererbbaren anatomischen Veränderungen führen. Doch hier irrte Lamarck. Eine derartige Weitergabe erworbener Eigenschaften konnte nicht belegt werden.
1859 stellte C. Darwin seine Evolutionstheorie vor, welche auf der genetischen Variabilität der Nachkommen und der natürlichen Selektion als wesentlichen Faktoren zur Veränderung der Arten aufbaut. Darwin hatte seine Überzeugungen durch genaues Beobachten und unvoreingenommene Bewertung des Beobachteten gewonnen. Seine Evolutionstheorie wird von den modernen Erkenntnissen der Genetik glänzend bestätigt. Aufgrund der heutigen Kenntnisse über die molekulare Struktur und die Funktionsweise von Genen lässt sich die Wirkungsweise der Evolution heute verstehen. Dennoch wird die Lehre von der Evolution immer noch von fundamentalistischen Christen, die dem Kreationismus anhängen, bekämpft.
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