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LEXIKON

Feuchtwanger, Lion: Exil

  • Erscheinungsjahr: 1940
  • Veröffentlicht: Deutsches Reich
  • Verfasser:
    Feuchtwanger
    , Lion
  • Deutscher Titel: Exil
  • Genre: Roman
»Exil«, erschienen beim Querido-Verlag in Amsterdam, ist der Dritte und letzte Teil von Lion Feuchtwangers Romanzyklus »Der Wartesaal«, in der der Autor »die Geschehnisse in Deutschland zwischen den Kriegen von 1914 und 1939« behandelt, eine Zeit, in der »das Alte... noch nicht tot und das Neue noch nicht lebendig« ist, »eine scheußliche Übergangszeit... ein jämmerlicher Wartesaal«: »Zweck der Trilogie ist es, diese schlimme Zeit des Wartens und des Übergangs, die dunkelste, welche Deutschland seit dem Dreißigjährigen Krieg erlebt hat, für die Späteren lebendig zu machen. Denn es wird diesen Späteren unverständlich sein, wie wir ein solches Leben so lange ertragen konnten; sie werden nicht begreifen, warum wir so lange warteten, ehe wir die einzig vernünftige Schlussfolgerung zogen, die nämlich, der Herrschaft der Gewalt des Widersinns unsererseits mittels der Gewalt ein Ende zu setzen und an ihrer Statt eine vernünftige Ordnung zu setzen.« Bereits erschienen sind die Romane »Erfolg. Drei Jahre Geschichte einer Provinz« (1930) und »Die Geschwister Oppenheim« (1933). Hauptfigur von »Exil« ist der von den Nationalsozialisten als Kulturbolschewist beschimpfte Komponist Sepp Trautwein, ein im Grunde unpolitischer Künstler, der der politischen Entwicklung im Deutschen Reich hilflos gegenübersteht. In der Emigration gerät er in eine Schaffenskrise, die ihm den Zusammenhang zwischen Kunst und Leben, Gesellschaft und Individuum verdeutlicht und ihn zu einer realistischen Welt- und Kunstauffassung führt.
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