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Genet

[
ʒəˈnɛ
]
Jean, französischer Schriftsteller, * 19. 12. 1910 Paris,  15. 4. 1986 Paris; Fremdenlegionär, Landstreicher, Gefängnisaufenthalte; sein in lyrischem, bildhaftem Stil geschriebenes, oft autobiografisch gefärbtes Werk stellt den nicht durch Moral und Konvention gebundenen Menschen in den Mittelpunkt. Romane: „Notre-Dame-des-Fleurs“ 1944, deutsch 1960; „Querelle“ 1947, deutsch 1955; „Das Totenfest“ 1947, deutsch 1966; „4 Stunden in Chantilla“ 1982, deutsch 1983. Dramen: „Die Zofen“ 1947, deutsch 1957; „Der Balkon“ 1956, deutsch 1959; „Die Neger“ 1959, deutsch 1962; „Wände überall“ 1961, deutsch 1961.
  • Erscheinungsjahr: 1947
  • Veröffentlicht: Frankreich
  • Verfasser: Genet, Jean
  • Deutscher Titel: Die Zofen
  • Original-Titel: Les bonnes
  • Genre: Tragödie in einem Akt
Unter heftigen Protesten der Öffentlichkeit findet am 17. April im Pariser Théâtre de l'Athénée die Uraufführung von Jean Genets (* 1910,  1986) zwischen perversem Traum und grausiger Wirklichkeit angesiedelter Tragödie »Die Zofen« statt. Die Zofen Claire und Solange, zwei Schwestern, haben ihren Herrn, um ihn als angebeteten Verbrecher glorifizieren zu können, mit falschen Anschuldigungen ins Gefängnis gebracht und wollen nun ihre Herrin vergiften, die sie zugleich lieben und hassen. Als sie den vergifteten Tee servieren, erreicht die Herrin ein Anruf, daß ihr Gatte aus der Haft entlassen worden ist. Während die Herrin ihrem Mann entgegeneilt, spielen die Zofen das Ritual zu Ende: Claire verkleidet sich als die Herrin und trinkt den vergifteten Tee. Solange stellt sich dem Gericht. Die deutsche Erstaufführung dieser Tragödie von Jean Genet findet 1957 statt.
  • Erscheinungsjahr: 1959
  • Veröffentlicht: Frankreich
  • Verfasser: Genet, Jean
  • Deutscher Titel: Die Neger
  • Original-Titel: Les Nègres
  • Genre: Clownerie in einem Akt
Als »Clownerie« bezeichnet Jean Genet (* 1910,  1986) das Stück »Die Neger«, das am 28. Oktober im Théâtre de Lutèce in Paris unter der Regie von Roger Blin uraufgeführt wird. In der Spielanleitung fordert er, dass »das Groteske dominieren« solle. Inszeniert wird als Bühnenunterhaltung der Mord an einer Weißen durch Schwarze, die sich weiße Masken aufgesetzt haben. Die Schwarzen verhalten sich entsprechend den rassistischen Vorurteilen der Weißen. Nach kräftigem Alkoholkonsum vollziehen sie das Ritual der Ermordung.
Die deutsche Übersetzung erscheint 1962.
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