Lexikon
glykạ̈mischer Ịndex
Abkürzung GI oder Glyxein Maß für die blutzuckersteigernde Wirkung eines kohlenhydrathaltigen Lebensmittels. Lebensmittel, die einen raschen und hohen Blutzuckeranstieg bewirken, haben einen glykämischen Index (GI oder Glyx) zwischen 70 und 100, z. B. Instant-Kartoffelpüree, gekochter Reis, Weißbrot, Honig, Cornflakes, Cola, Bier, einen mittleren GI zwischen 55 und 70 haben z. B. Müsliriegel, Salzkartoffeln, Bananen, Haushaltszucker, ungesüßte Obstsäfte und einen niedrigen GI unter 55 haben z. B. Milch, Joghurt, Obst, Hartweizennudeln, Hülsenfrüchte, Nüsse und Gemüse. Die Werte werden unter Standardbedingungen ermittelt, schwanken aber individuell sehr stark und verändern sich auch in Nahrungsmittelkombinationen. Dennoch bauen verschiedene Diäten auf dem glykämischen Index auf, etwa die Glyx-Diät oder die Montignac-Methode. Sie basieren auf der Vorstellung, dass ein starker Blutzuckeranstieg eine starke Insulinausschüttung zur Folge hat. Dadurch wird vermehrt Glukose in Muskelzellen aufgenommen, und Fett wird nicht abgebaut, sondern vom Körper gespeichert. Nach hohem Insulinanstieg soll der Blutzuckerspiegel um so schneller wieder absinken, so dass man schneller wieder Hunger bekommt. So soll es mit der Zeit zu Übergewicht kommen. Nach neueren Forschungsergebnissen spielt der glykämische Index bei der Gewichtszunahme aber nur eine untergeordnete Rolle. – Eine Weiterentwicklung des glykämischen Index stellt die glykämische Last dar, die zusätzlich berücksichtigt, wie viele Kohlenhydrate in einem Nahrungsmittel enthalten sind.
Wissenschaft
Konfabulation statt Halluzination
An dieser Stelle ist in Ausgabe 09/2023 der große Physiker Arnold Sommerfeld schon einmal mit folgendem Satz zitiert worden, „In der Natur nimmt die Entropie die Rolle der Direktorin ein, die Energie aber nur die einer Buchhalterin“ (wobei das Original den Direktor und den Buchhalter als Männer angesprochen hat, was heute...
Wissenschaft
Neandertaler-Linie war 50.000 Jahre isoliert
In der Endzeit der Neandertaler gab es in Europa offenbar mindestens zwei genetisch voneinander getrennte Linien. Das legen DNA- und Isotopen-Analysen eines Neandertalers nahe, der 2015 in der Grotte Mandrin in Frankreich entdeckt wurde. Das Individuum, dem die Forschenden den Spitznamen „Thorin“ gaben, lebte demnach vor etwa 42....