Lexikon

Hirse

Kaffernkorn
zur Familie der Süßgräser gehörige einjährige Getreidearten verschiedener Gattungen, ausgezeichnet durch hohe Dürrefestigkeit; ursprünglich in Ostasien und Afrika beheimatet, heute auch in Südosteuropa ein wichtiges Nahrungsmittel. Aus allen Hirsearten werden Fladen, Brei und auch ein bierartiges Getränk (Braja, Plomba) hergestellt. In Mitteleuropa ist Hirse mehr ein Futtermittel, und zwar werden nicht nur die Körner, sondern auch die massenwüchsigen Futterstauden verwendet.
Die Hauptformen sind: 1. Rispenhirse (Panicum), mehr Körnerfrucht als Futterpflanze. Die Echte oder Gewöhnliche Hirse, Panicum miliaceum, wird in Indien und China angebaut; häufig auch als Gründungpflanze. 2. Kolbenhirse (Borstenhirse, Setaria), vorwiegend Futterpflanze. 3. Mohrenhirse (Sorghum), Mehl- und Futterpflanze. Hierzu gehören auch Kaoliang und Sudangras. 4. Perlhirse (Pennisetum).
Die Hirse hat markige, standfeste Halme, vielfach behaart wie die Blätter, und kleine Spelzfrüchte in allen Farben von Gelblichweiß bis Schwarz. Die Pflanzen sind sehr zuckerreich und daher leicht vergärbar. Die Bluthirse (Blutfennich), Digitaria sanguinalis, mit violettroten Scheinähren ist in Böhmen und auf dem Balkan verbreitet; aus ihrem Stroh wird auch Papier gewonnen. In trockenen Gebieten Europas sind manche Hirsearten Unkräuter.
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