Lexikon

Chinẹsen

[çi:-]
eigener Name Han, das größte Volk Ostasiens und Hauptvolk Chinas, über 1 Mrd. Menschen. Etwa 20 Mio. sind Auslandschinesen und leben überwiegend in Thailand, Malaysia, Indonesien, Singapur, Vietnam, Myanmar, USA und Peru. Die Chinesen entstanden aus mehreren Stämmen, die zu Beginn des 2. Jahrtausends v. Chr. in den Ebenen am unteren Huang He siedelten, und haben mit einer erstaunlichen Integrationsfähigkeit die Nachbarvölker ebenso in sich aufgenommen wie fremde Eroberer. – Die einzelnen Sprachen und Dialekte weichen z. T. erheblich voneinander ab. Das einigende Band bildet die Schriftsprache.
Asien: Völker und Sprachen
Asien: Völker und Sprachen
chinesische Schrift: Kalligraphie
chinesische Schrift: Kalligraphie
Die chinesische Schrift ist eine Wortbildschrift mit etwa 50000 Schriftzeichen. Die Grundlage der chinesischen Sprache beruht auf etwa 2000 Zeichen.
Die Ernährungsgrundlagen bilden insbesondere Reis, außerdem Weizen, Mais, Hirse und Sojabohnen, ergänzt durch Schweinefleisch und Geflügel, in den westlichen Gebirgsgegenden Schaf- und Ziegenfleisch sowie Fisch. Als Essgerät dienen Essstäbchen. Tee ist das bevorzugte Getränk.
Die traditionelle Wohnweise ist auf dem Lande z. T. bis heute erhalten geblieben. Die einstöckigen bäuerlichen Wohnhäuser stehen in ummauerten Gehöften mit mehreren Innenhöfen. Erdwohnungen finden sich im Lößgebiet, Pfahlbauten im Gebirge und an der Küste, mehrstöckige Häuser im Tal des Chang Jiang. Auch Städte und Dörfer (oft als Sippendörfer angelegt) sind vielfach noch von Mauern umgeben. Zur Inneneinrichtung des Hauses gehören Holzpritschen, verschiebbare Zwischenwände, Bänke, im Norden die heizbare Schlafbank (Kang), Tische und der Ahnenaltar.
Die Kleidung war bei Männern und Frauen ursprünglich sehr ähnlich: ein kurzes Oberkleid mit geschlossenem Kragen und unten zusammengebundene Hosen, im Winter wattierte Kleider. Nach Einführung des kommunistischen Regimes dominierte eine uniformähnliche Einheitskleidung. Inzwischen setzt sich zunehmend westliche Kleidung durch. Der nach der Revolution von 1911 verschwundene Zopf wurde erst 1644 von den Mandschu eingeführt. Auch die Verkrüppelung der Füße bei Mädchen aus Schönheitsgründen („Lilienfüße“) wurde abgeschafft.
Die chinesische Gesellschaft war bis zur kommunistischen Umwälzung auf streng vaterrechtliche Familien aufgebaut und mit der Ahnenverehrung verbunden. An die Stelle der bäuerlichen Familienkleinbetriebe, oft auf Pachtland, traten Volkskommunen. Seit Anfang der 1980er Jahre wird jedoch der Familie wieder eine begrenzte wirtschaftliche Selbstständigkeit zugestanden. Mit dem Ziel der Bevölkerungsregulation wurde seit Ende der 1970er Jahre die Ein-Kind-Ehe propagiert. – Der kulturelle Einfluss der Chinesen auf ihre Nachbarn im Norden, Westenund besonders in Hinterindien ist groß gewesen (Kleidung, Musik, Lackarbeiten, Schrift, Bewaffnung u. a.).
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