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LEXIKON

isralische Kunst

die Architektur, Plastik und Malerei seit Beginn des 20. Jahrhunderts im Gebiet des heutigen Israel.

Architektur

Die ersten Bauten der modernen Ansiedlung entstanden in anspruchslosem ländlichem Stil. In den 1920er Jahren kamen bewusst orientalisierende Elemente in die Architektur (Technion Haifa von A. Baerwald, * 1877,  1930). Später überwog der europäische Einfluss. Neben Städteplanung und Städtebau spielte der Bau von Kibbuzim eine große Rolle (R. Kaufmann, * 1887,  1958). Seit der Staatsgründung wurde eine umfangreiche Landesplanung betrieben. Außer mit intensivem Wohnungsbau (D. Carmi, * 1905,  1962) befassten sich israelische Architekten vorwiegend mit öffentlichen Bauten wie Universitäten, Krankenhäusern (Z. Richter, Y. Rechter, A. Sharon), Museen (A. Mansfeld, W. J. Wittkower). Die zeitgenössische israelische Architektur versucht jüdische Identität mit moderner Architektur zu verbinden (M. Safdie) und beschäftigt sich mit der spezifisch israelischen Stadt- und Siedlungsarchitektur (Z. Efrat).

Plastik und Malerei

Der Beginn der modernen Kunst in Israel ist mit der Gründung der „Bezalel“-Schule in Jerusalem (1906) durch B. Schatz (* 1862,  1932) anzusetzen und ist gekennzeichnet durch den Versuch, einen „jüdischen Stil“ zu schaffen. Grundlage dieser Richtung war ein romantisch-idealisierender akademischer Stil mit Jugendstil-Einfluss und orientalisch-exotischen Elementen. Dagegen rebellierte in den 1920er Jahren eine junge Generation von Plastikern und Malern, die trotz Übernahme der neuen europäischen Richtungen in Malerei und Plastik zu einem eigenständigen israelischen Stil fand (R. Rubin, J. Zaritsky). Um 1930 wurde der Einfluss der von jüdischen Malern bestimmten „École de Paris“ sowie der aus Deutschland kommenden Emigranten (Expressionismus, Bauhaus) wirksam. Starke neue Impulse gingen von der Staatsgründung (1948) aus. Bei vielen Künstlern verband sich eine stilisierte gegenständliche Malerei mit mystischen und symbolischen (häufig jüdischen) Elementen (M. Ardon). Y. Danziger führte geschweißtes Eisen und andere neue Materialien in die Plastik ein. In den 1960er Jahren wandten sich einige Künstler der „Neuen Figuration“ zu und fanden in Collage, Assemblage, kinetischer Kunst u. a. neue Ausdrucksformen. In den 1980er Jahren drangen postmoderne Tendenzen in die israelische Kunst; als international renommiertester Künstler gilt Micha Ullmann (* 1939). Die zeitgenössische israelische Kunst bewegt sich thematisch zwischen westlichen Kunstströmungen und Avantgarden und setzt sich meist in Malerei, Bildhauerkunst, Fotografie und Videoinstallationen mit dem politischen Kontext der Geschichte des Landes und des jüdischen Volkes auseinander. Vertreter der jungen israelischen Kunst sind u. a. Yossi Breger (* 1960), Miriam Cabessa (* 1966), Sigalit Landau (* 1969) oder Nir Hod (* 1970); jüdische Kunst.
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