Lexikon
Kannibalịsmus
Kulturanthropologie
Menschenfresserei; Anthropophagiedie aus magischen oder rituellen Gründen entstandene, heute nahezu ausgerottete Sitte, Teile von Menschen (erschlagenen Feinden, Kriegsgefangenen; verstorbenen Angehörigen [Endokannibalismus]) zu verspeisen, um sich deren Lebenskraft (Mana) einzuverleiben. Kannibalismus wird einzelnen Gebieten bzw. Stämmen in Afrika, Nord- und Südamerika, Südostasien, Australien und Ozeanien zugeschrieben.
Kannibalismus zu Nahrungszwecken (profaner Kannibalismus), wie es Darstellungen vor allem aus der Kolonialzeit glaubhaft machen wollten, hat es wahrscheinlich nie gegeben.
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