Lexikon

Metamorphse

Zoologie
die Umwandlung einer Larvenform zum erwachsenen, geschlechtsreifen Tier bei manchen Organismen, die mit einem mehr oder weniger starken Gestaltwechsel und einer veränderten Lebensweise einhergeht. Hierbei werden Körperstrukturen abgebaut, umgebaut und neue aufgebaut. Die Vorgänge verlaufen hormonell gesteuert. Am bekanntesten ist die Metamorphose bei Amphibien und Insekten.
Bei Froschlurchen erfolgt während der Metamorphose von der Kaulquappe zum Frosch die Fertigstellung der Vorderbeine, die schrittweise Rückbildung des Ruderschwanzes, die Umformung des Mauls und des Verdauungskanals, die Entwicklung von Lungen bei gleichzeitiger Rückbildung der Kiemen, so dass der Übergang vom Wasser- zum Landleben möglich wird. Gesteuert wird der Vorgang von Hormonen der Schilddrüse.
Bei Insekten kommen 2 Arten der Metamorphose vor: 1. die unvollkommene Metamorphose (Hemimetabolie, z. B. bei Libellen): Das Puppenstadium fehlt; der innere Bau und das äußere Bild der Larven ähneln weitgehend dem des voll entwickelten Insekts; Flügel und Geschlechtsanhänge entwickeln sich allmählich. 2. die vollkommene Metamorphose (Holometabolie), wie sie u. a. bei Käfern und Schmetterlingen vorkommt: In der Regel ist ein ruhendes Puppenstadium vorhanden: die Larven sind dem geschlechtsreifen Insekt unähnlich (z. B. Maden, Raupen). Es gibt auch kompliziertere Metamorphosetypen, z. B. Hypermetabolie: Verschiedene Larventypen folgen aufeinander.
Stechmücken: Vergleich Culex, Anopheles
Stechmücken: Vergleich Culex, Anopheles
Vergleichende Darstellung der blutsaugenden Stechmücken-Gattungen Culex und Anopheles: Larven- und Puppenstadium, Vollinsekt nach der Metamorphose. Larven- und Puppenstadium werden im Wasser zugebracht. Larve und Puppe hängen mit ihren Atemrohren an der Wasseroberfläche und ernähren sich von im Wasser schwebenden Mikroorganismen. Bei Gefahr lassen sie sich in die Tiefe absinken. Aus der Puppe schlüpft schließlich das Vollinsekt.
The referenced media source is missing and needs to be re-embedded.
Nachtpfauenauge (Wiener): Raupe
Raupe des Wiener Nachtpfauenauges
Die Raupe des Wiener Nachtpfauenauges ist charakteristisch für viele Augenspinner: grüne Farbe, borstenbesetzte Warzen, drei Paar kleinere Brustbeine und fünf Paar hakenkranztragende Bauchfüße.
Die Metamorphose der Insekten wird durch das Zusammenspiel zweier Hormone gesteuert: des Häutungshormons Ecdyson und des Juvenilhormons. Ist Letzteres in hoher Konzentration vorhanden, kommt es zu Larvalhäutungen, bei niedriger Konzentration findet die Puppenhäutung statt, und fehlt es ganz, löst Ecdyson die Häutung zum Adultstadium (Erwachsenenstadium) aus.
Theo Dingermann
Wissenschaft

»Die Diagnostik setzt die Pharmafabrik in Gang«

Fachleute erwarten die ersten Impfungen gegen Krebs ab 2026. Sie werden Erkrankte gegen ihren persönlichen Krebs immunisieren. Mit dem landläufigen Impfen von Gesunden hat das allerdings nur wenig gemein. Das Gespräch führte SUSANNE DONNER Prof. Dingermann, bekommen wir bald eine Spritze und dann nie wieder Krebs? So funktioniert...

Audioforensik
Wissenschaft

Falschen Tönen auf der Spur

Manipulierte Videos, imitierte Laute und synthetische Stimmen sorgen häufig für Verwirrung. Fraunhofer-Forscher entwickeln Werkzeuge, um solche Fälschungen treffsicher erkennen zu können. von NIKOLAUS FECHT Solche Bilder sind inzwischen so gut, dass sie Realitäten verzerren können“, warnte Martin Steinebach, Leiter der Abteilung...

Weitere Artikel aus dem Wahrig Herkunftswörterbuch