Lexikon

Mithradatische Kriege

Mithridatische Kriege
drei Kriege zwischen dem König von Pontos, Mithradates VI. Eupator, u. Rom, das die Sicherheit der röm. Provinz Asia durch das Expansionsstreben des Königs in Kleinasien gefährdet sah.
Dem 1. Mithradatischen Krieg (89-85 v. Chr.) gingen der Versuch des Königs, Einfluss in Bithynien zu gewinnen, u. ein von Rom provozierter Überfall auf Pontos voraus. Mithradates eroberte schnell Kleinasien u. ließ dort an einem festgesetzten Tag 80 000 Italiker töten („Vesper von Ephesos“, 88 v. Chr.). Er griff nach Griechenland über, wo er freundlich aufgenommen wurde. Sein Heer unterlag aber 86 v. Chr. Sulla in zwei Schlachten (Chaironeia u. Orchomenos). Der Friede von Dardanos 85 v. Chr. beließ den König im Besitz seines Reichs.
Den Versuch, seine durch die Niederlage geschmälerte Autorität innerhalb seines Gebiets militärisch zu festigen, deutete Rom als gegen sich gerichtet u. begann den 2. Mithradatischen Krieg (83-82 v. Chr.), der aus röm. Raubzügen in das Königreich Pontos bestand u. von Mithradates siegreich beendet wurde.
Der 3. Mithradatische Krieg (73-63 v. Chr.) war von Mithradates militärisch u. diplomatisch gut vorbereitet. Erfolge des röm. Feldherrn Lucullus zwangen ihn aber zu einem Stellungskrieg in Pontos u. zur Flucht zu Tigranes nach Armenien, gegen das nun Lucullus erfolgreich kämpfte, aber keine Entscheidung erzwingen konnte (69-67 v. Chr.), während Mithradates sein Reich zurück gewann. Erst Pompeius (seit 66 v. Chr.) gelang es, den König vernichtend zu schlagen; der auf die Krim geflohene Mithradates musste wegen eines Aufstands seines Sohnes Pharnakes seine Rüstungsvorbereitungen gegen Rom abbrechen u. gab sich 63 v. Chr. selbst den Tod. Die M.n K. waren von hoher Bedeutung auch für die röm. Innenpolitik, weil sie sowohl Sulla wie Pompeius in überragende Positionen brachten u. damit das austarierte polit. Gefüge der röm. Republik störten.
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