Lexikon

NATO

Entstehung

Die NATO entstand unter dem Eindruck einer zunehmenden politischen und militärischen Bedrohung der westlichen Staaten, insbesondere der kriegsgeschwächten und politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich teilweise instabilen europäischen Mächte einschließlich der nur durch alliierte Besatzungstruppen geschützten Bundesrepublik Deutschland, deren feste Bindung an die westlichen Staaten später zu einem wichtigen Nebenzweck der NATO wurde.
Das Bündnis wurde auf unbestimmte Dauer mit der Zielsetzung abgeschlossen, die freien Gesellschaften Westeuropas vor einer Ausdehnung des sowjetischen Einflusses zu schützen. Den zentralen Bezugspunkt in diesem Sinne bildete der Art. 5 des Nordatlantikvertrages, in dem die Vertragsparteien vereinbarten, „dass ein bewaffneter Angriff gegen eine oder mehrere von ihnen in Europa oder Nordamerika als ein Angriff gegen sie alle angesehen wird“. Durch diese Vereinbarung erhielten die europäischen NATO-Mitglieder zu Zeiten des Kalten Krieges zwar keinen automatischen militärischen Beistand der USA, konnten deren Präsenz in Europa jedoch als Sicherung gegen eine militärische Expansion der Sowjetunion einsetzen. Im Gegenzug für die militärische Garantie, die die Voraussetzung für die Aufrechterhaltung eines strategischen Gleichgewichts zwischen Ost und West war, gewährten die europäischen NATO-Staaten den USA gleichsam ein Mitbestimmungsrecht in politischen Gestaltungsfragen des Kontinents.
  1. Einleitung
  2. Entstehung
  3. Die Entwicklung bis Ende der 1980er Jahre
  4. Die NATO in einer sich wandelnden Welt (seit 1990)
  5. Organisation
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