Lexikon
Pakistan
Staatsgründung und Sezession Ostpakistans
1906 wurde in Britisch-Indien die Allindische Muslimliga gegründet, die 1940 einen eigenen muslimischen Staat forderte. Diese Forderung wurde 1947 mit der Unabhängigkeit Britisch-Indiens und der Gründung Pakistans erfüllt. Die territoriale Neugliederung war mit erheblichen Problemen verbunden. Gewaltige Flüchtlingsströme bewegten sich zwischen den beiden neuen Staaten. Pakistan bestand aus einem West- und einem von diesem durch das Staatsgebiet Indiens getrennten Ostteil. Die Bengalen im Ostteil, die mehr als die Hälfte der pakistanischen Bevölkerung ausmachten, litten unter der politischen und wirtschaftlichen Bevormundung durch den Westteil. Das Verhältnis zu Indien war von Anfang an durch Grenzstreitigkeiten belastet. 1947/48 und 1965 kam es zum offenen Kampf um Kaschmir. Dem Mord am ersten Premierminister Liaqat Ali Khan (1947–1951) folgten in den 1950er Jahren Unruhen und Massendemonstrationen. 1956 gab sich das Land als Islamische Republik Pakistan die erste Verfassung. 1958 errichtete General Ayub Khan ein autoritäres Regime. Eine innenpolitische Krise nötigte ihn 1969 zum Rücktritt. 1971 erklärte sich Ostpakistan zum eigenständigen Staat Bangladesch. Ein militärischer Versuch Westpakistans, die Unabhängigkeit zu verhindern, scheiterte an der Intervention Indiens.
Islamische Gemeinschaftskonferenz 1974
Islamische Gemeinschaftskonferenz 1974
Der Ministerpräsident von Bangladesh Mudschib ur-Rahman (Mitte) und der pakistanische Premierminister Zulfikar Ali Khan Bhutto (rechts) besuchen 1974 die Islamische Gemeinschaftskonferenz, die sich mit der Krise des Mittleren Ostens beschäftigt.
© Corbis/Bettmann/UPI
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