Lexikon

Pferde

Einhufer; Equidae

Kulturgeschichte

Die Domestizierung von Wildpferden begann wohl im 4. Jahrtausend v. Chr. in den asiatischen Steppen. Wahrscheinlich hielt man Pferde zunächst nur zur Fleischgewinnung, um von der Jagd unabhängig zu sein. Für die Entwicklung der menschlichen Kultur war das Hauspferd von größter Bedeutung. Es ermöglichte schnellere Fortbewegung und größere Transportleistungen. Die Kriegführung erhielt dadurch neue Dimensionen. Schon früh wurde das Pferd zum Statussymbol. Bei vielen Völkern spielte es eine große Rolle in der Mythologie und als Opfertier. In China, Indien und Mesopotamien waren Pferde als Zug- und Reittiere im 3. Jahrtausend v. Chr. bekannt. In Ägypten wurden Pferde während der Hyksoszeit (16501550 v. Chr.) eingeführt. Das älteste pferdekundliche Werk der Welt ist eine von dem Hurriter Kikkuli im 14. Jahrhundert v. Chr. verfasste hethitische Schrift über die Abrichtung von Wagenpferden. Bei Griechen und Römern waren Wagenrennen sehr beliebt, während die militärische Reiterei erst verhältnismäßig spät aufkam. Die Kelten und Germanen unterhielten Reiterheere. Den Germanen galt das Pferd als hl. Opfertier, und die Firste der Bauerngehöfte zieren oft noch heute nachgebildete Pferdeköpfe als Abwehrzauber. Mit den spanischen Eroberern gelangten Pferde nach Amerika, wo sie vorher unbekannt waren.
  1. Einleitung
  2. Stammesgeschichte
  3. Verbreitung und Lebensweise
  4. Hauspferde
  5. Zuchtbetrieb
  6. Kulturgeschichte
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