Lexikon

Reich

Reich, Wilhelm
Wilhelm Reich
Wilhelm, österreichischer Psychoanalytiker und Psychiater, * 24. 3. 1897 Dobzau, Ukraine,  3. 11. 1957 Lewisburg, Pa.; Mitarbeiter Freuds, 19241930 Leiter des Wiener Seminars für psychoanalytische Theorie, 19301933 Dozent in Berlin.
Reich sah seelische Krankheiten weitgehend als Ergebnisse gesellschaftlicher Sexualunordnung an. Er trat der KPD bei und gründete die Sexpol-Bewegung („Sexualökonomie und Politik“). Sein Versuch, durch Anwendung der Libidotheorie auf die gesellschaftliche Praxis („sexuelle Revolution“) die Psychoanalyse mit marxistischer Gesellschaftskritik zu verbinden, führte zum Ausschluss aus der KPD und zum Bruch mit der institutionalisierten Psychoanalyse. Reich emigrierte in die USA. Hier entwickelte er seine Orgontheorie. Er glaubte, eine allgemeine „bioelektrische Energie“ entdeckt zu haben, die er „Orgon“ nannte und medizinischen Zwecken nutzbar machen wollte, was jedoch als Betrug gewertet wurde. Er starb in der Haft (wegen Missachtung des Gerichts). Reichs Gedanken wurden von der antiautoritären Bewegung der 1960er Jahre aufgegriffen.
Karte zeigt die Entnahmestellen der in der Studie analysierten Sedimentkerne
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