Lexikon
Rilke, Rainer Maria: Duineser Elegien
- Erscheinungsjahr: 1923
- Veröffentlicht: Österreich
- Verfasser:
- Deutscher Titel: Duineser Elegien
- Genre: Gedichtzyklus
Beim Insel-Verlag in Leipzig erscheint der Gedichtzyklus »Duineser Elegien« des im Wallis in der Schweiz lebenden österreichischen Dichters Rainer Maria Rilke (* 1875, † 1926). Das Werk zählt neben den »Sonetten an Orpheus« zu den Höhepunkten seines Schaffens und darüber hinaus der Lyrik des 20. Jahrhunderts überhaupt. In den zehn mythisch stark überhöhten, überwiegend freirhythmischen »Duineser Elegien« spricht Rilke seine Lebensbejahung auf philosophisch und sprachlich höchst eigenwillige und komplizierte Weise aus, wenn sich auch so schlichte Feststellungen finden wie: »Hiersein ist herrlich« (7. Elegie). In der 9. Elegie betont er mit besonderem Nachdruck die Einmaligkeit und Unwiederholbarkeit des irdischen Daseins und beugt damit dem Missverständnis vor, die vor allem in der 1. und 4. Elegie festzustellende Bejahung des Todes bedeute eine Abwertung des Lebens. Rainer Maria Rilkes gleichzeitig verfasster, aber erst postum veröffentlichter »Brief des jungen Arbeiters« verdeutlicht dies: »Welcher Wahnsinn, uns nach einem Jenseits abzulenken, wo wie hier von Aufgaben und Erwartungen und Zukünften umstellt sind. Welcher Betrug, Bilder hiesigen Entzückens zu verwenden, um sie hinter unserem Rücken an den Himmel zu verkaufen!«
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