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LEXIKON

Schizophrenie

[griechisch schizein, spalten, + phren, Geist, Gemüt, Verstand]
früher Dementia praecox; Spaltungsirresein
Oberbegriff für verschiedene Formen einer schweren psychischen Erkrankung, die mit charakteristischen Veränderungen der Persönlichkeit, des Denkens, Fühlens und Verhaltens einhergeht. Ein Hauptmerkmal dieser Störung ist ein tief greifender Realitätsverlust. Der Kranke hat das Gefühl, von außen gesteuert zu werden, seine Gedanken würden hörbar oder fremde Gedanken würden ihm eingegeben. Durch eine übersteigerte Wahrnehmungsfähigkeit können sich Wahnvorstellungen (Verfolgungswahn, Bedeutungswahn) und Halluzinationen (Hören von Stimmen) entwickeln. Die Schizophrenie ist die häufigste Form der Psychose und tritt weltweit bei etwa 1% der Bevölkerung auf. Die Ursachen der Schizophrenie sind bisher nicht geklärt. Man nimmt an, dass die genetische Veranlagung (Disposition) eine zentrale Rolle spielt. Auch eine Störung der Neurotransmitterwirkung im Gehirn wird diskutiert. Belastende Lebenssituationen wirken oft als Auslöser, während das Familienmilieu heute nicht mehr als mögliche Ursache gilt. Die Behandlung erfolgt mit Neuroleptika bzw. den neuen Antipsychotika, Psychotherapie und Ergotherapie. Eine möglichst frühzeitig einsetzende konsequente Therapie verbessert die Prognose.
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