Lexikon

Sozildemokratie

Historische Entwicklungslinien

Ende des 19. Jahrhunderts und zu Beginn des 20. Jahrhunderts dominierten noch antikapitalistische Forderungen in der Sozialdemokratie, die sich aber in unterschiedlichen Strategien verdichteten. Während E. Bernstein als sogenannter Revisionist anstelle der revolutionären Umgestaltung des Kapitalismus ein evolutionäres, gewaltlos herbeizuführendes Hineinwachsen in eine sozialistische Gesellschaft propagierte, beharrte die Mehrheit der 2. Internationale unter der Führung von K. Kautsky und R. Luxemburg darauf, dass nur im Zusammenwirken von friedlichen Reformen und gewalttätigen Revolutionen der Kapitalismus überwunden und der Sozialismus herbeigeführt werden könne. Die weitere Entwicklung nach dem 1. Weltkrieg führte zur Rücknahme radikaler, systemüberwindender Ziele. Mit der Einführung des allgemeinen und gleichen Wahlrechts in den meisten westlichen Industrieländern nach 1918 änderten die Sozialdemokraten im Gegensatz zu den Kommunisten ihre politische Strategie. Denn auf der Basis einer demokratischen Staatsverfassung bot sich die Möglichkeit, auf legale Weise über politische Mehrheiten eigene wirtschafts- und gesellschaftspolitische Ziele durchzusetzen.
Nach dem 2. Weltkrieg wandelten sich sozialdemokratische Parteien zu gemäßigten Mitte-links-Parteien vom Typ der Volkspartei, auch „catch all party“ genannt, und die Unterschiede zu christdemokratischen Parteien nahmen ab. Sozialdemokratische Parteien setzten sich im Rahmen des demokratischen Verfassungsstaats für einen leistungsfähigen Wohlfahrtsstaat ein. Auch konnten sie den Ausbau und die Erweiterung sozialer Teilhaberechte wie gewerkschaftliche Mitbestimmung ebenso durchsetzen wie eine gemischte Wirtschaftsordnung, in der die Vergesellschaftung oder Verstaatlichung wichtiger Industriezweige mit marktlichen und staatlichen Steuerungsleistungen eng verbunden blieb.
  1. Einleitung
  2. Historische Entwicklungslinien
  3. Formen der Regierungspraxis
  4. Sozialdemokratie im Zeichen der Globalisierung
  5. Sozialdemokratische Parteien in Europa
Essgewohnheiten, Zucker
Wissenschaft

Auf den Geschmack gekommen

Ernährung hinterlässt Spuren – in den Zellen, im Stoffwechsel und in den Organen. Besonders in Schwangerschaft und früher Kindheit zählt jeder Bissen. Zu viel Zucker kann dauerhaft schaden. von CLAUDIA CHRISTINE WOLF Stellen Sie sich vor, Sie frühstücken Milchfisch-Congee, einen taiwanesischen Reisbrei mit Meeresfrüchten. Oder...

sciencebusters_NEU.jpg
Wissenschaft

Reden wir über Gott und das Ende der Welt

Das Ende des Jahres naht, und mit den multiplen Krisen um uns herum scheint manchmal auch das Ende der Welt in greifbare Nähe zu rücken. Haben wir auf absehbare Zeit vielleicht wirklich einen Weltuntergang zu befürchten? Und wenn ja, wann ist er aus wissenschaftlicher Sicht zu erwarten? Eines gleich vorweg: Wir können unser Ende...

Weitere Artikel aus dem Wahrig Herkunftswörterbuch

Weitere Artikel aus dem Vornamenlexikon