Lexikon
Stahl
Flammofenverfahren
Der Siemens-Martin-Ofen besteht aus einer aus feuerfesten Steinen gebauten, muldenförmigen und oft kippbaren Schmelzwanne mit einem Fassungsvermögen von bis zu 900 t Stahl. In ihr wird durch eine lange Flamme von etwa 1800 °C der Einsatz niedergeschmolzen, der je nach dem gewählten Verfahren aus festem oder flüssigem Roheisen und Stahlschrott oder nur aus Schrott mit Kohle oder Roheisen mit Erz, jeweils mit Zusätzen, bestehen kann; der Kohlenstoff wird durch den Sauerstoffgehalt der Flamme oder zusätzlichen Hammerschlag oder Walzsinter verbrannt. Der Frischvorgang dauert 4–8 Stunden. Als Brennstoff dient überwiegend Öl.
Im Elektroofen (Elektrostahl) besteht der Einsatz aus Rohstahl, Legierungsstoffen und Zusätzen; er wird durch Elektro-(Lichtbogen- oder Induktions-)Wärme niedergeschmolzen (Lichtbogenofen: W. von Siemens, 1880). Tiegelstahl (B. Huntsman, 1740), Stahl von besonderer Reinheit oder legiert, wird in Graphittiegeln von rund 50 kg Inhalt erzeugt, heute fast ganz durch den billigeren Elektrostahl verdrängt.
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