Lexikon

Thụ̈ringen

Freistaat Thüringen

Geschichte

Der germanische Stamm der Thüringer wird erstmals im 4. Jahrhundert erwähnt. Sein Reich wurde 531 von dem Frankenkönig Theuderich erobert und seitdem als fränkische Provinz regiert und im 8. Jahrhundert von Bonifatius christianisiert.
Seit 1050 setzte sich das Geschlecht der Ludowinger durch und erhielt 1130 von König Lothar III. die Landgrafenwürde und die mit dem Königsbann ausgestattete Gerichtsbarkeit. Nach dem Tod Ludwigs IV. wurde sein Bruder Heinrich Raspe Landgraf. Mit ihm erlosch 1247 das ludowing. Haus. Die Nachfolge trat der Markgraf von Meißen Heinrich der Erlauchte (Wettiner) an. 1264 musste er den Westen Thüringens preisgeben (Hessen [Geschichte]).
Durch Erbteilung und Aussterben mehrerer Grafengeschlechter bildete sich eine Vielzahl von einzelnen Herrschaften aus, darunter die geistlichen Gebiete von Mainz, Fulda und Hersfeld und die Reichsstädte Mühlhausen und Nordhausen. Den Hauptanteil erwarben jedoch die Wettiner, die Grafen von Schwarzburg und die Herren Reuß. Zuletzt bestand Thüringen aus dem Großherzogtum SachsenWeimarEisenach, den 3 Herzogtümern SachsenMeiningen, SachsenAltenburg, SachsenCoburgGotha und den vier Fürstentümern SchwarzburgSondershausen, SchwarzburgRudolstadt, Reuß ältere Linie (Greiz) und Reuß jüngere Linie (Gera). Sie schlossen sich 1920 zum Land Thüringen zusammen, mit Ausnahme des Landesteils Coburg, der durch Volksabstimmung zu Bayern kam. Durch die Verfassung von 1921 wurde Thüringen Freistaat. 1944 wurde Thüringen um den Regierungsbezirk Erfurt und den Kreis Schmalkalden (beide bisher preußisch) vergrößert.
Am Ende des 2. Weltkriegs von US-amerikanischen Truppen erobert, kam Thüringen zur sowjetischen Besatzungszone. Ministerpräsidenten waren 19451947 R. Paul (parteilos/SED), 19471952 W. Eggerath (SED). Im Zuge der Neugliederung der DDR wurde 1952 das Land Thüringen aufgelöst und im Wesentlichen auf die Bezirke Gera, Erfurt und Suhl aufgeteilt.
Bei der Wiedervereinigung Deutschlands nach dem Sturz des SED-Regimes wurde 1990 das Land Thüringen wiederhergestellt. Es nahm wieder die Bezeichnung „Freistaat Thüringen“ an. Ministerpräsidenten: 19901992 Josef Duchac (CDU), 19922003 Bernhard Vogel (CDU), 20032009 Dieter Althaus (CDU), seit 2009 Christine Lieberknecht (CDU).
  1. Einleitung
  2. Landesnatur
  3. Bevölkerung
  4. Wirtschaft
  5. Geschichte
Phaenomenal_NEU.jpg
Wissenschaft

Schlaflos bei Vollmond?

Viele Menschen klagen, sie könnten in den Nächten rund um Vollmond schlechter schlafen als gewohnt, während andere dies als pure Einbildung abtun. Was die Wissenschaft dazu sagt, erklärt Dr. med. Jürgen Brater. Fakt ist: Der Einfluss des Mondes auf uns Menschen ist in zahlreichen Studien untersucht worden, ohne dass man zu einem...

Helmstaedter, Natur, Naturstoff
Wissenschaft

Vom Naturstoff zur Arznei

Tiere und Pflanzen sind bis heute die wichtigste Quelle für Arzneien. Naturheilkunde und moderne Medizin stehen sich deshalb viel näher, als es ihr gegensätzliches Image vermuten lässt. von SUSANNE DONNER Dem gefriergetrockneten Leichnam sahen die Forschenden es nicht gleich an: Aber Ötzi war ein kranker Mann. Im Magen entdeckten...

Weitere Artikel aus dem Wahrig Herkunftswörterbuch

Weitere Artikel aus dem Vornamenlexikon