Lexikon

ungarische Kunst

Plastik

Zu den wenigen erhaltenen Beispielen der mittelalterlichen Skulptur Ungarns gehört die Bauplastik der Kirchen von Ják und Zsámbék. Die Bronzegruppe des hl. Georg (1373, heute in Prag) von Martin und Nikolaus von Klausenburg lässt den Einfluss der Bauhütte P. Parlers erkennen. Im 15. Jahrhundert bestimmte die italienische Plastik den Stil der ungarischen Bildhauerkunst; Matthias Corvinus vergab Aufträge an Verrocchio, B. da Majano, F. Laurana u. a. Der erste bedeutende ungarische Bildhauer, István Ferenczy, folgte dem Klassizismus A. Canovas und B. Thorvaldsens, während der in Wien ausgebildete János Fadrusz sich mit zahlreichen Monumentaldenkmälern (Reiterstatue der Königin Maria Theresia u. a.) neubarocken Strömungen anschloss. Stark wirkte um 1900 das Vorbild A. Rodins und A. Maillols; ihr Ruhm veranlasste zahlreiche ungarische Bildhauer zur Übersiedlung nach Paris (János Pásztor u. a.). Im 20. Jahrhundert leistete die sozialistische Ausrichtung neoklassizistischen Tendenzen Vorschub. Seit den 1960er Jahren entwickeln sich breite künstlerische Strömungen, bis hin zu zeitgenössischen Rauminstallationen.
  1. Einleitung
  2. Architektur
  3. Plastik
  4. Malerei
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