Lexikon
Waldheimer Prozesse
im Frühjahr 1950 in Waldheim vor Sonderstrafkammern durchgeführte Verfahren gegen 3324 Personen, die die UdSSR nach Auflösung ihrer deutschen Internierungslager (Konzentrationslager) der DDR zur Aburteilung übergeben hatte. Ihnen wurden Kriegs- und Naziverbrechen vorgeworfen. Die von der SED-Führung gelenkten Waldheimer Prozesse waren größtenteils nichtöffentlich. Eine Hauptverhandlung dauerte meist nur 30 Minuten; es gab keine Zeugen, praktisch keine Beweisaufnahme und nur in wenigen Ausnahmefällen Verteidiger. Obwohl den meisten Angeklagten eine strafrechtliche Schuld nicht nachgewiesen werden konnte, wurden alle verurteilt. Verhängt wurden 33 Todesurteile, von denen 24 vollstreckt wurden, im Übrigen hohe Freiheitsstrafen, darunter 146 lebenslängliche und 1901 zwischen 15 und 25 Jahren. – Mehrere Richter der Waldheimer Prozesse wurden nach dem Ende der DDR wegen Totschlags, Rechtsbeugung und Freiheitsberaubung zu Haftstrafen verurteilt.
Wissenschaft
Erster Schritt zur Impfung gegen HIV?
Trotz jahrzehntelanger Forschung gibt es bislang noch keinen Impfstoff gegen das humane Immundefizienz-Virus HIV. Nun haben vier Forschungsteams unabhängig voneinander an Rhesusaffen und Mäusen erste Erfolge auf dem Weg der Impfstoffentwicklung erzielt. Mit Hilfe einer Technik namens Keimbahn-Targeting griffen sie in die Reifung...
Wissenschaft
Das Dilemma mit dem grünen Tee
Alles, was wir in flüssiger oder fester Form zu uns nehmen, wirkt auf unser Wohlbefinden – uralter Hut. Auch dass einzelne Nahrungsmittel offenbar ganz spezifische Wirkungen haben, weiß man schon lange. Die moderne Ernährungsforschung ist seitdem vor allem an drei Fragen interessiert: Welche exakten Bestandteile machen die...